NEWS: Autonome Schule in Züri geräumt
Bildung für ALLE ist nicht gewollt
Heute wurde die autonome Schule in Oerlikon von der Polizei umringt und ohne Vorwarnung geräumt. Die einzige Möglichkeit, für Menschen ohne Papiere und Geld, sich zu bilden ist gewaltsam vom Staat zerstört worden.
Erfahrungsbericht vor Ort:
die autnome schule zürich ist leider geschichte. mit riesengeschütz sind sie heute
aufgefahren: es waren insg. rund 100 polizisten im einsatz, die gesamte infrastruktur der schule wurde in mulden von lastwagen abgetragen, auch die persönlichen utensilien von 2
leuten der familie XXX, die in der asz im allenmoos wohnten. wer noch etwas retten
wollte, wurde mit pfefferspray daran gehindert. weg die bibliothek, die küche, das
atelier, die schulutensilien, die heizung, alles, was in den letzten monaten mit viel
mühe, engagement und kreativität zusammengetragen und aufgebaut worden ist… das
gebäude ist nun unbewohnbar, die fenster wurden rausgenommen usw. rund 70 solidarische haben sich vor der schule versammelt, wurden aber immer weiter zurück gedrängt.
die schule ist weggeräumt – aber sie lebt weiter. am nächsten montag hätte der unterricht
im neuen jahr wieder begonnen. unsereuni hat nun spontan asyl angeboten in ihrem pavillon an der uni. für die 100 flüchtlinge wird es jedoch etwas eng in diesen räumlichkeiten.
wir überlegen uns nun teach-ins im öffentlichen raum. heute abend treffen wir uns, um
über das weitere vorgehen zu debattieren. gleichzeitig ist heute das plenum von
unsereunizh um 18h – wir werden uns austauschen und koordinieren.
denn die beiden bewegungen kämpfen beide für den zugang zu bildung für alle, für ein alternatives bildungssystem von unten, für bewegungsfreiheit und gegen die politik der rotgrünen stadtregierung, die keine autonomen, selbstverwalteten räume und keine initiativen von unten duldet, sondern sie im gegenteil repressiv niederwalzt.

Es macht micht wütend wie Eigeninitiative und Solidarität in diesem Staat mit Füssen getreten werden!
Comment von Mensch — 7. Januar 2010 @ 20:53
Wir hoffen ihr macht weiter zusammen mit der autonomen Schule. Last euch nicht von Repression unterkriegen.
Comment von Basel — 7. Januar 2010 @ 21:06
Schön das sich das Engagement der unsereuni Zürich gelohnt hat und ein Platz für die Sans Papiers da ist!
Comment von Robert — 8. Januar 2010 @ 00:17
Vielleicht sollte man auch mal erwähnen, weshalb der Pavillon geräumt wurde! Aber es ist natürlich einfacher, auf die ganze Wahrheit zu verzichten und stattdessen die Polizei als “die Bösen” anzuschwärzen.
http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/autonome_schule_im_allenmoos_geraeumt_1.4464004.html
Comment von Günther R. — 8. Januar 2010 @ 08:26
Ah ja und die NZZ ist der überbringer der reinen und einzigen Wahrheit! Klar doch…. es ist immer schön wenn man jemand hat der einem sagt was man glauben soll oder?
“unsachgemäss verlegte Stromleitungen” lol also da hatten sie sich schon bessere Räumungs Gründe ausgedacht. Also wenn das jetzt schon die Begründung für Räumungen ist dann sag ich mal ganz schnell meinen Nachbarn bescheid denn sonst müsste hier das halbe Quatier geräumt werden.
Denn um so eine Stromleitung zu entfernen braucht man ja auch über hundert Polizisten und muss auch das ganze Haus kurz und klein schlagen!
Comment von Mensch — 8. Januar 2010 @ 14:48
Lieber Günther R.
Hier noch aus der Pressemitteilung der ASZ:
Die Stadt Zürich und die Polizei begründete ihr Vorgehen mit der mangelnden Kooperation seitens der BesetzerInnen und einem damit zusammenhängenden Zwischenfall mit einer illegal verlegten Stromzuleitung. Die ASZ sei nicht bereit gewesen, eine geregelte Strominstallation und den Stromverbrauch zu bezahlen.
Die Behauptungen und Vorwürfe der Behörden entsprechen nicht der Wahrheit. Seit Beginn der Besetzung im April 2009 stand die ASZ mit der Stadt Zürich betreffend Wasser- und Stromzufuhr in Kontakt. Nach einigen Abklärungen wurde schnell klar, dass eine Wasserzuleitung nicht realisierbar ist, eine Stromzuleitung mittels Provisorium allerdings schon. Von Anfang an kommunizierten die BesetzerInnen klar und deutlich ihre Bereitschaft, für die provisorische Installation sowie für den gesamten Stromverbrauch aufzukommen. Im September 2009 sicherte die Stadt Zürich eine provisorische Stromzuleitung zu. Leider blieb es bei der Zusage und nichts passierte, trotz mehrfacher Kontaktaufnahmen und Terminangeboten der ASZ. Dies ist durch unseren Mailverkehr mit dem Hochbaudeparement, den wir der Presse gerne zur Verfügung stellen, eindeutig belegbar.
Aufgrund dieser eindeutigen Obstruktionspolitik sahen sich einige BesetzerInnen dazu veranlasst, sich mit einer eigenen Stromzuleitung zu versorgen. Denn eine minimale Stromversorgung ist für die Aufrechterhaltung eines Schulbetriebs unbedingt notwendig, gerade im Winter. Im Dunkeln kann man nicht lernen. Die bereits installierten Generatoren und Solarpanels reichten für den Notfall, konnten aber keine dauerhafte Lösung sein.
Leider ereignete sich im Zusammenhang mit der verlegten Stromleitung kurz vor Weihnachten ein höchst bedauerlicher Unfall, für den sich die ASZ umgehend bei allen Betroffenen entschuldigte: Eine mangelhaft isolierte Stelle fügte dem Hauswart einen Stromschlag zu, der zum Glück keine gesundheitlichen Folgen mit sich brachte. Aufgrund dieses Vorfalls versuchte das Hochbaudepartement die längst gefällte Entscheidung für eine offizielle Stromzufuhr zusammen mit den BesetzerInnen zu forcieren. Doch trotz offizieller Abmachungen und allgemeinem Konsens zwischen Hochbaudepartement und ASZ weigerte sich das EWZ aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen, das benötigte Material zur Verfügung zu stellen. Aufgrund grösstem Unverständnis gegenüber dieser, aus der Sicht der BesetzerInnen bewussten Verweigerungstaktik wurde eine erneute Stromleitung gelegt. Die Installation war einwandfrei. Für niemanden bestand je eine Gefahr. Aus Sicherheitsgründen bestand also keinerlei Anlass zu einer Räumung.
Ob nun die Pressemitteilung der ASZ oder ein von der Polizeimeldung abgetippter NZZ-Artikel näher an den Tatsachen ist überlasse ich deiner Beurteilung…
Comment von Michael — 8. Januar 2010 @ 18:25
Jaja Sans Papiers haben in unserer Gesellschaft einfach keinen Platz! Vor allem nicht wenn sie deutsch lernen dann könnte es noch sein das sie sich demnächst gegen das ungerechte Asylsystem auflehnen. Das will doch niemand!
Comment von Michi — 8. Januar 2010 @ 20:35
Mensch ärgere dich nicht
Das Haus wäre ja ohnehin geräumt worden. Und dass die NZZ die “ganze und alleinige “Wahrheit” übermittelt, würde ich nicht behaupten, jedoch unterstelle ich ihr im Allgemeinen eher seriösen Journalismus.
@Michael: “Ob nun die Pressemitteilung der ASZ oder ein von der Polizeimeldung abgetippter NZZ-Artikel näher an den Tatsachen ist überlasse ich deiner Beurteilung…” Gleichfalls!
Comment von Günther R. — 11. Januar 2010 @ 10:50
Wer sich beispielsweise die Presseartikel zur unsereuni angesehen hat der weiss das seriöser Journalismus heute ein völliges Fremdwort ist und vor allem NZZ ist nicht gerade ein Primus in dieser unbekannten Disziplin.
Comment von Mensch — 11. Januar 2010 @ 13:46
Auch wenn aus deinem Post nicht hervorgeht, welche “Presseartikel” du ansprichst, frage ich mich gerade, ob du möglicherweise “eine andere Meinung haben” mit “unseriösem Journalismus” verwechselst…
Comment von Günther R. — 12. Januar 2010 @ 11:24
Beispielsweise der Zeit Artikel der noch 2 Tage nach der Besetzung in Basel behauptet hat in der Schweiz würde es keine Proteste geben. Die Zeit würde bei dir sicher auch unter seriösen Journalismus fallen oder?
Comment von Mensch — 12. Januar 2010 @ 21:44
Och, das ist ja ein krasses Beispiel!
Comment von Günther R. — 13. Januar 2010 @ 08:19
http://www.zeit.de/2009/47/CH-Uni-Zuerich
Oder apropos NZZ die in ihrer Chronik von 2009 nur von Protesten an der Uni Zürich spricht!
Comment von Mensch — 13. Januar 2010 @ 16:34
@Mensch: Was möchtest du mir mit diesem Artikel genau mitteilen? Die Proteste (an der Uni ZH) werden ja nicht verleugnet, sondern lediglich als “ruhig” kommentiert.
Die Rede ist von etwa 100 Protestierenden und vermutlich wird die Anzahl derer, die sich tatsächlich für die Sache einsetzen und nicht nur vorübergehend aus Sympathie oder spasseshalber der Bewegung anschliessen, nicht höher sein. Setzt man diese Zahl ins Verhältnis zu den etwa 24′000 Studierenden der Uni ZH, so stellt sich doch schnell einmal die Frage, wie ernst die Angelegenheit zu nehmen ist, zumal die Probleme mit Bologna und Studiengebühren ja alle betreffen sollte.
Unter dem Strich zeichnet dieser Artikel ein eher kümmerliches Bild der Zürcher Protestbewegung. Du musst jetzt nicht nochmals die Seriösittät des Artikels in Frage stellen, ich sehe es definitiv mit anderen Augen.
Comment von Günther R. — 14. Januar 2010 @ 08:18
Lieber Günther. Deine (und die der meisten kritikerInnen) Mehrheitsdiskussionen sind so alt und ausgelutscht…überleg doch selbst mal um die nächste Ecke! selbstverständlich hat immer die wahrheit recht! Selbstverständlich haben alle die, die nichts sagen auch nichts zu sagen oder sind gegen die Bewegung! Selbstverständlich… Wie wäre es denn damit: Nenne mir ein gutes Beispiel, als eine Mehrheit mal eine deutliche grundlegende Verbesserung erzielen konnte?…?…?…?…wohl gemerkt gibts es Gegenbeispiele! Um keine Abhandlung zu schreiben hier nur ein Bsp: Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung war bis 1971 (bzw. 1991)(!) dagegen dass Frauen abstimmen können! hatten sie recht? War es die Mehrheit, die für dieses Stimmrecht gekämpft hat?…
Comment von Tilde — 15. Januar 2010 @ 00:38
Lieber Günther. Deine (und die der meisten kritikerInnen) Mehrheitsdiskussionen sind so alt und ausgelutscht…überleg doch selbst mal um die nächste Ecke! Selbstverständlich hat immer die Mehrheit recht! Selbstverständlich haben alle die, die nichts sagen auch nichts zu sagen oder sind gegen die Bewegung! Selbstverständlich… Wie wäre es denn damit: Nenne mir ein gutes Beispiel, als eine Mehrheit mal eine deutliche grundlegende Verbesserung erzielen konnte?…?…?…?…wohl gemerkt gibts es Gegenbeispiele! Um keine Abhandlung zu schreiben hier nur ein Bsp: Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung war bis 1971 (bzw. 1991)(!) dagegen dass Frauen abstimmen können! hatten sie recht? War es die Mehrheit, die für dieses Stimmrecht gekämpft hat?…
Comment von Tilde — 15. Januar 2010 @ 00:39
“Leider” liebe(r) Tilde leben wir nunmal in einer Demokratie. Und weshalb ist das so? Vermutlich weil die Mehrheit es so möchte… so viel zum Thema Mehrheitsentscheide!
Comment von Günther R. — 15. Januar 2010 @ 23:20
Nichts gegen Demokratie…die Frage ist wohl eher ob wir in einer Leben? Sehr naiv zu glauben die Mehrheit würde immer entscheiden und sehr naiv zu glauben, dass die Mehrheit immer Recht hat!
Comment von Tilde — 16. Januar 2010 @ 13:54
Wenn ich deinen Post richtig verstanden habe, zweifelst du einerseits an, dass wir in einer Demokratie leben, andererseits sagst du, es sei naiv zu glauben, die Mehrheit hätte immer Recht… Verwirrt mich ein Bisschen.
Nun, die Mehrheit hat meiner Ansicht nach insofern Recht, als dass sie ihre Meinung in einer Demokratie zum Recht macht. Dass sich solche Entscheide im Nachhinein als “falsch” herausstellen können, hat uns die Geschichte gelehrt, dennoch sind dies die Spielregeln einer Demokratie.
Comment von Günther R. — 16. Januar 2010 @ 22:31
Ich weiss jetzt nicht wie ihr jetzt wieder auf eine Demokratie Diskussion gekommen seit. Imho ist das nur eine Meta Diskussion die ihr anzettelt um nicht über den Artikel sprechen zu müssen. Die Fakten sind ziemlich klar. Es gibt 2 Berichte über den Vorfall einer finde ich um einiges plausibler. Wenn man aber einfach grundsätzlich Medien glaubt die Polizeimeldungen abtippen dann können einem auch keine Argumente entkräften. Ich glaube ich habe genug Beispiele aufgezeigt wo Medien und Polizei mindestens fahlässig (wenn nicht bewusst) falschinformationen verbreitet haben. Ich könnte diese Liste noch um unzählige Beispiele erweitern. Ich fürchte aber das bringt nichts. Denn auch hundert Beispiele ändern nichts an der Sichtweise das die Polizei immer recht hat.
Daher unterlasse ich dies auch und schliesse die Diskussion. Jeder Leser kann sich selbst darüber ein Bild machen welche Quellen für ihn vernünftiger erscheinen.
Comment von Mensch — 17. Januar 2010 @ 23:36