Stellungnahme zu Bologna von Prof Norbert A’Campo, Professor für Mathematik in Basel
Es ist nicht die Umsetzung von Bologna, an der es hapert.
Bologna greift ins Studium so ein, dass das eigentliche “Studieren” zu kurz kommt oder
ganz ausbleibt: Lehrveranstaltungen vermitteln Fakten, aber es ist im Bologna-System
nicht vorgesehen, dass die Studierenden sich diese Fakten zu eigen machen und selbst
reflektieren. Anstatt die Beitraege der verschiedenen Lehrveranstaltungen durch eigenes
“Studieren” zu einer vielfaeltig verknuepften Gesamtheit zu verbinden, bleiben nur
vereinzelte Wissensbrocken uebrig, und diese Brocken haben keinen Bestand ueber eine
Zeitskala von zum Beispiel 4 Jahren hinaus. Also ist das Studium nicht nachhaltig und es
bleibt nur bitter wenig uebrig.
Die Bologna-Reform ist sehr teuer, sowohl gemessen in Geld als auch was den
buerokratischen Aufwand betrifft, und die Lebenszeit von Studenten und Studentinnen wird
vergeudet, anstatt sie optimal zu nutzen. Gesellschaftlich ist es eine Katastrophe.
Es ist noch immer moeglich zur bewaehrten Studienordnung mit Vordiplom und Diplom
zurueckzukehren. Das verursacht keine Kosten, fuehrt sogar zu Ersparnissen und wuerde
die Mathematik in Basel retten. Mit Bologna wird die Mathematik aus Basel verschwinden!
Viele Gruesse,
Norbert A’Campo
