Solidarität und Auszug aus der Aula

Filed under: Bern,Weitere — Schlagwörter: — Bern @ 24. November 2009

Wir sind GELB vor Wut! Du auch?

Seit einer Woche findet in der besetzten Aula der Universität Bern „Universität im besten Sinn“ statt (dixit Karlheinz Töchterle, Rektor der Universität Innsbruck zur Besetzung ‘seiner’ Aula). Unser Rektor hat es im Gegensatz zu seinem besonnenen Innsbrucker Amtskollegen aber vorgezogen, einen andern Weg zu gehen: Er hat unsere Einladung zu einer Podiumsdiskussion mit dem Erziehungsdirektor Pulver, VertreterInnen der SUB, von Mittelbau und Professorenschaft, die morgen hätte stattfinden sollen, ausgeschlagen. Stattdessen hat er uns ultimativ zum Verlassen der Aula aufgefordert, ohne sich bereit zu erklären, zuvor offen mit den Studierenden zu diskutieren.

Diese Haltung nimmt das Rektorat nicht zuletzt deshalb ein, weil es meint, mit nichts als einem kleinen Haufen chaotischer Studierender konfrontiert zu sein. Dies stimmt aber nicht: Viele Studierende begrüssen die Besetzung und teilen unsere Anliegen. Deshalb rufen wir euch dazu auf, in den kommenden Tagen eure Solidarität zum Ausdruck zu bringen, indem ihr die Farbe GELB, die Farbe unserer Wut, aus euren WG-Zimmern auf die Strasse und in die Vorlesungsräume tragt.

Tragt einen gelben Pulli, gelbe Socken oder gelb gefärbte Haare. Schmückt euer Fahrrad mit einem gelben Fähnchen (in der Aula beziehbar) oder Ballon! Kommt in die Aula und schnappt euch ein gelbes Soli-Bändeli fürs Handgelenk oder kreiert eigenhändig euren gelben Soli-Button!

Eure Solidarität ist umso wichtiger, weil wir uns entschieden haben, am Mittwoch um 18:00 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Vertretern von SUB, Mittelbau und Professoren durchzuführen (zu der Rektor Würgler und Erziehungsdirektor Pulver weiterhin eingeladen sind) und daraufhin die Aula zu verlassen. Wir laden euch alle herzlich zu dieser Veranstaltung ein. Sie soll nicht nur Abschluss dieser Besetzung, sondern auch Ausgangspunkt für weiteres Engagement sein. Wir werden in den vom Rektorat versprochenen Räumen langfristig unsere Arbeit für eine offene, freie und demokratische Universität fortsetzen.

Also: Tragt alle das solidarische GELB und erscheint am Mittwoch um 18:15 zahlreich zur Podiumsdiskussion in der besetzen Aula!

4 Kommentare »

  1. Liebe Berner

    Ihr dürft auf keinen Fall die Aula verlassen! der Kampf muss weitergehen. Basel war bereits zu kompromissbereit und die Folgen in der Schweiz wären fatal, wenn sich die Besetzungen nach wenigen Wochen bereits auflösen!

    Comment by Susanne — 24. November 2009 @ 17:08

  2. Ich trage wohl eher rot, weil ich zu der Sorte Studenten gehöre, die tagtäglich nach Bern fahren und dann vergebens wieder nach Hause können, weil der Unibetrieb nicht fortgesetzt werden kann.
    Wegen einer Minderheit können viele Studenten nicht mehr normal zur Uni gehen, und dürfen dafür Morgen von 08.00 – 20.00 in Bern sein! Echt toll!!

    Wird langsam Zeit, wird die Aula wieder für den normalen Uniunterricht freigegeben! Gibt genügend Studenten die sich nun eine Woche lang geärgert haben!!

    Comment by Rotträgerin — 24. November 2009 @ 17:25

  3. ..da sieht man schon wie unselbstständig die Studierenden durch Bolognese geworden sind; Lies doch ein Buch!

    …oder mach eine Demo vor der libyschen Botschaft, wenn du ja schon in Bern bist! Oder halt den Bärengraben! Wieso bleibst du eigentlich nicht zu Hause?!

    Comment by Urs — 26. November 2009 @ 11:28

  4. Mutig, mutig, liebe Studenten und Studentinnen in Zürich. Hut ab vor eurem Durchblick! Bin Pädagogin reiferen Semesters und rege mich schon lange auf, was da alles manipuliert wird. Hat nichts mehr mit direkter Demokratie zu tun. Heute hörte ich im Radio DRS 1 eine Sendung zum Thema.Toll und gescheit! Ich bin übrigens im August aus meinem geliebten Beruf ausgestiegen, weil ich es nicht mehr verantworten und mitmachen konnte, was da alles unsinniges auf Kinder ab 4 Jahren zukommt. Ich arbeitete auch im Ausland. Fazit: ich konnte kein einziges Mal feststellen, dass das Schweizer Bildungswesen aus dem Steinzeitalter stammt. Im Gegenteil: wie ein Fels in der Brandung machte unsere Schule einen guten und überzeugenden und vor allem auch kindgerechten Eindruck. Was heute abläuft unter dem Begriff “EU-konform”, das schreit zum Himmel! Wirkt auf mich schon länger wie eine (Wirtschafts-)Sekte das Ganze! Was mich auch umhaut: die SP und andere Grünen machen da voll mit! Unglaublich – ist mir schleierhaft. Schade, dass sich ein (grosser?) Teil der Studentenschaft aufregt, weil sie ihr Punktesammeln-Studium nicht ungestört weiter treiben können. Nur, es findet schon jahrelang ein verheerender Zweckoptimismus statt, der fatale Folgen hat, unter anderem die Diktatur der “Zwangseuropavereinigung”. DANKE FÜR EUER UNBESTECHLICHES HANDELN, DENKEN,AUSHARREN. Globalisierung heisst nicht die Individualtität oder die (Inter-)Nationalität verleugnen oder aufgeben. Integration geht doch nur, wo es Verschiedenheit gibt und geben kann – alles andere ist Einheitsbrei! Wie langweilig. Kann auch aggressiv machen, weil keine echten Herausforderungen mehr gefördert werden! Bildung muss nicht nur fördern, sie muss vor allem auch (heraus-)fordern. Dann wird es spannend und Neues gelingt wie von selbst – ohne finanzpolitisch gesteuerte Reformen!
    Machets guet!
    Comment von Johanna (50+ :-) !)

    Comment by Johanna — 26. November 2009 @ 21:42

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