Globale Aktionswelle

Abgelegt unter: Weitere — Schlagwörter: — Fabian @ 15. Juni 2010

Ein internationales Netzwerk von BildungsaktivistInnen kündigt für den Herbst 2010 gemeinsame Proteste an. Aktive aus aller Welt veranstalten morgen im Zuge des „Day of United Symbolic Actions“ Aktivitäten gegen die zunehmende Privatisierung öffentlicher Bildung.

Im Oktober und November 2009 gab es bereits massenhaften Protest gegen die zunehmende Privatisierung öffentlicher Bildung, den “Bologna-Prozess” und die damit verbundenen Probleme, sowie für freie und emanzipatorische Bildung mit uneingeschränktem Zugang für alle!

Die letzten Monate wurden genutzt, um das weltweite Netzwerk zwischen den BildungsaktivistInnen zu stärken und deutlich zu machen, dass alle Gruppen erfolgreicher ihrem Bestreben sein werden, wenn sie sich auf globaler Ebene vereinen. Schließlich sind die Probleme in großem Ausmaß identisch.

Das „International Student Movement“ ist eine unabhängige Plattform, die sich zahlreicher Internetwerkzeuge bedient, um einen umfassenden Informationsfluss und die allgemeine Kommunikation zwischen AktivistInnen in Australien, Nepal, den USA, Puerto Rico, Großbritannien und anderswo auf der Welt zu ermöglichen.

Hunderte Menschen aus vielen verschiedenen Regionen der Welt, die sich mit dem Zustand von Bildung auseinandersetzen, fanden sich an der Ruhr-Universität in Bochum für den “European Education Congress” Ende März 2010 zusammen, um Visionen auszutauschen und Beziehungen über staatliche Grenzen hinweg zu knüpfen. Der Kongress zeigte wieder einmal deutlich, dass die zunehmenden Kosten für den individuellen Zugang zu Bildung, Einschnitte in den Haushalten und eine Zunahme des Einflusses von Wirtschaftsinteressen (durch extra aufgestellte Gremien – wie z.B. den Hochschulrat) und eine kontinuierliche Entdemokratisierung von Bildungseinrichtungen – um nur einige zu nennen – bei weitem keine Probleme sind die sich auf die lokale oder nationale Ebene reduzieren lassen – sondern tatsächlich Menschen überall betreffen. Wie Mutiara Ika, eine studentische Aktivistin in Indonesien, es ausdrückt: „Der Einsatz für freie Bildung kennt einfach keine Grenzen!“. Sie setzt fort: „Freie und emanzipatorische Bildung für alle ist eine grundsätzliche Voraussetzung für jede Gesellschaft, welche sich als demokratisch versteht.”.

Deshalb beschlossen bildungsaktivistische Gruppen, bei ihren zukünftigen Protesten vermehrt gemeinsam zu handeln. Als ersten Schritt beschlossen sie, den 16. Juni als “Day of United Symbolic Actions” zu deklarieren.
An diesem Tag werden Gruppen weltweit an zahlreichen Orten öffentlich die im Herbst diesen Jahres anstehenden „Global Wave of Action for Education“ ankündigen. Diese wird bereits in mehreren Ländern vorbereitet und koordiniert. Den Startschuss für diese wird voraussichtlich ein großer Aktionstag in den U.S.A. am 7. Oktober darstellen. Anschließend wird es mit Besetzungen in Italien und darüber hinaus zu einer größeren Dynamik in Europa kommen. Zu bestimmten Zeitpunkten werden sich auch Gruppierungen aus Afrika, Asien und anderswo einbringen.

Hier ist eine Übersicht einiger Aktionen, die morgen als Teil des „Day of United Symbolic Action“ stattfinden werden:

  • Deutschland: In Dresden wird eine landesweite Demonstration stattfinden. Zu dieser ruft ein breites Bündnis auf, allen voran die Konferenz der Studierendenschaft Sachsen.
    In Marburg (Hessen) werden AktivistInnen ein Banner am Universitätsgebäude anbringen und zur Teilnahme am “Global Wave of Action for Education” diesen Herbst aufrufen.
    In Wilhelmshaven (Niedersachsen) inszenieren AktivistInnen eine Kunstdarstellung, um die Nachricht der bevorstehenden “global wave” in die Öffentlichkeit zu tragen.
  • Indonesien: Eine landesweite Organisation namens PEMPEBASAN mobilisiert für Massenaktionen in zahlreichen Regionen, darunter Jakarta, Yogyakarta, Ost-Kalimantan, Palu-Centre Sulawesi, Süd-Sulawesi, Madura-Ost-Java und Temate-Nord-Maluku. Der Protest richtet sich dort zusätzlich gegen die steigenden Preise für Elektrizität und Nahrung, sowie für freie öffentliche Bildung.
  • Kosovo: AktivistInnen der NGO N’Solidaritet veranstalten eine symbolische Aktion vor der Philosophischen Fakutät der Universität von Prishtina.
  • Nepal: Die weltweite Nepalesische Studierendenorganisation (WNSO) wird ein Programm für freie und emanzipatorische Bildung in der Hauptstadt Kathmandu durchführen.
    Daran teilnehmen werden studentische Vertretungen sowie des Bundes der LehrerInnen.
  • Philippinen: Das “League of Filipino Students” (LFS) hält eine Protestaktion vor dem Haus des Präsidenten in der Hauptstadt Manila ab. Sie protestieren gegen die acht größten Belastungen der Jugend: 1. Erhöhung der Studiengebühren, des Schulgeldes und anderer Gebühren, 2. Ein zu geringer öffentlicher Haushalt für Bildung, 3. Kürzungen von Klassenräumen und inadequate Ausstattung, 4. Starke Zunahme von Abbrüchen auf allen Ebenen in Folge der finanziellen Belastung, 5. Die zunehmende Demontierung von Forschungs-, Entwicklungs-, und Eigentumsrechten, 6. Exportorientierte Lehrplan- und Arbeitspolitik, 7. Schließung von Studierendenvertretungen und Studierendenpublikationen, 8. Nicht durchsetzungsfähige Regierungsbehörden.
  • Puerto Rico: Studierende der Universität Puerto Rico (Campus Rio Piedras) werden ein älteres Haus besetzen und entsprechend umgestalten. Ein Programm für den Tag ist schon ausgearbeitet. Einzelheiten dazu auch hier.
  • Russland: Eine Gruppe autonomer ArbeiterInnen mobilisiert LehrerInnen, ArbeiterInnen und Angestellte in Bildungseinrichtungen, Eltern und Studierende für einen spontanen Flashmob in St. Petersburg.
    Eine weitere Gruppe, welche sich “Civil Initiative for Social Human Rights” nennt wird ihre vierte Mahnwache und Straßentheater durchführen in Samara. Ihre Aktionen richten sich auch gegen ein neulich verabschiedetes Gesetz, welches den Weg für die Kommerzialisierung öffentlich finanzierter Einrichtungen ebnet.
  • Schweiz: Eine Gruppe namens “Unsere Uni”, hervorgegangen aus den Protesten im vergangenem Herbst, führt in Bern als Teil des Aktionstages ein Straßentheater auf.
  • Sierra Leone: Wie in vielen anderen Ländern des Kontinents finden in
    Sierra Leone Aktionen und Ereignisse als Teil des “African Child’s Day” statt, die von einem breiten Bündnis getragen werden. Das „National Youth Coalition Student Assembly” organisiert Versammlungen, die beide Aktionsrahmen miteinander verbinden.

Weiter unten finden Sie eine Liste mit Kontaktmöglichkeiten einiger Gruppen, die an dem morgigen Aktionstag teilnehmen werden. Kontaktiere Sie diese, um weitere Einzelheiten zu ihren lokalen Umständen zu erfahren.

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Um in Zukunft aktuelle Neuigkeiten im Zusammenhang mit der „Global Wave of Action for Education“ zu erhalten, können Sie den Newsletter abonieren [Inhalte werden auf englisch versendet].

denkzettel #2

Abgelegt unter: Weitere — Schlagwörter: — Fabian @ 27. Mai 2010

Die zweite Ausgabe der unabhängigen Studierendenzeitschrift denkzettel ist erschienen. Du findest sie zu Semesterende an den beteiligten Unis Fribourg, Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich.

Die französische Version findet ihr hier

Berlinska Droha an unsereruni

Abgelegt unter: Basel, Weitere — Cedric @ 8. Mai 2010

Freitag 14. Mai Konzert mit Berlinska Droha http://www.myspace.com/berlinskadroha

Im Engelhofkeller beim slawischen Seminar (Nadelberg 4) in Basel.

Autonomen Schule Zürich und des Bleiberecht-Kollektivs Zürich

Abgelegt unter: Weitere — Schlagwörter: — basel @ 19. April 2010

M E D I E N M I T T E I L U N G des Vereins Bildung für Alle, der
Autonomen Schule Zürich und des Bleiberecht-Kollektivs Zürich

Zürich, 19. April 2010

AUTONOME KULTUR UND BILDUNG STATT REPRESSION UND KNÄSTE

In der Nacht auf Montag, 19. April wurde die Baracke an der Hohlstrasse
170 auf dem Güterbahnhof-Gelände besetzt und neu belebt. Das Gebäude
steht seit mehr als einem Jahr leer. Es wird per sofort für verschiedene
Bildungs- und Kulturprojekte neue Heimat sein, die zurzeit durch die
Stadt wandern.

Die Besetzer_innen stellen den befreiten Raum unter anderem dem Verein
Bildung für Alle zu Verfügung. Seit mehr als einem Jahr besuchen dort
rund hundert illegalisierte Flüchtlinge und Migrant_innen, aber auch
Asylbewerber_innen, deren Antrag noch im Verfahren ist, drei Mal die
Woche Deutschkurse. Es sind Menschen, denen der Weg zur Bildung und
Selbstbestimmung vom Bund und Kanton aktiv verweigert wird.
Ebenso wird die Baracke mit verschiedenen autonomen Kultur- und
Bildungsanlässen belebt werden. Bereits heute Nachmittag wird die erste
Veranstaltung der neuen Autonomen Schule Zürich stattfinden, ein Vortrag
über Gastfreundschaft. Ebenso werden die Teilnehmenden des Deutschkurses
ihr neues Heim besichtigen.

Millionen für die Bedürfnisse der Mächtigen ? einst und jetzt

Auf dem Gelände des Güterbahnhofs soll das neue Polizei- und
Justizzentrum (PJZ) gebaut werden. Der Kanton will für diesen
Polizeipalast 630 Millionen Franken ausgeben. Ein in Beton gegossenes
Symbol einer Politik, die von Ausgrenzung und Repression gezeichnet ist.
Ein Symbol einer Politik auch, die autonome Projekte immer stärker
einschränkt. Beispiele dafür sind die gewaltsame Räumung der Autonomen
Schule Zürich (ASZ), die Sabotierung des Jugend Squat an der
Wehntalerstrasse (beides im Januar) und der Abriss des Autonomen
Kulturzentrums an der Kalkbreitestrasse 4 im März.

Vor 30 Jahren verteilten die Mächtigen Millionen für das Opernhaus,
Symbol der Elitekultur, und räumten das Autonome Jugend Zentrum. Heute
bauen sie Repressionspaläste und räumen und vertreiben autonome Kultur
und Bildungsprojekte. Ebenso wie vor 30 Jahre bleibt uns nichts anders
übrig, als Widerstand zu leisten. Und das tun wir.

Wie vor 30 Jahren: Wir wehren uns

Wir wehren uns gegen eine Stadt der Reichen, gegen die Gentrifizierung
von Stadtkreisen wie dem Kreis 4 und 5 , gegen die ständige
Schikanierung von Migrant_innen, gegen die alltäglichen und
willkürlichen Personenkontrollen, gegen die Illegalisierung und
Kriminalisierung von Flüchtlingen und gegen rassistische
Pauschalisierungen, wie sie kürzlich von Alain Du Bois?Reymond, Direktor
des Bundesamt für Migration, in einem Interview gemacht wurden.

Wir setzen uns ein für eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung, für eine
Stadt, in der verschiedene Welten machbar sind, eine Stadt ohne Polizei
in jeder Ecke. Wir setzen uns ein für Solidarität, für eine natur- und
menschfreundliche Stadt, für Schulen und Kinderkrippen, für das Recht
auf Bildung, auf Migration und auf Asyl.

Es gibt viel zu tun. Wir bleiben dran ? in unserem neuen Zuhause an der
Hohlstrasse 170.

Die Autorität ist angreifbar, die Utopie ist machbar.

Medienkontakt: 076 387 28 70
info@bildung-fuer-alle.ch

Aktionswoche 1. – 5. März

Abgelegt unter: Weitere — Schlagwörter: — Fabian @ 1. März 2010

Mit dem Beginn des neuen Semesters und kurz vor dem Bologna-Gipfel in Wien veranstaltet #unsereuni eine schweizweite Aktionswoche. Es gibt Workshops, Diskussionen, Plena, Essen, Theater, Infostände und Rück- & Ausblick an 4 verschiedenen Unis:

denkzettel #1

Abgelegt unter: Weitere — Schlagwörter: — Fabian @ 23. Februar 2010

Die erste Ausgabe unserer schweizweiten Studierendenzeitung denkzettel ist erschienen! Ihr findet sie im neuen Semester an eurer Uni und weiteren ausgewählten Orten in den beteiligten Städten Zürich, Lausanne, Bern und Basel.

Die französische Version findet ihr hier: indisciplinarité #1

Besetzung in Brighton Es geht weiter

Abgelegt unter: Weitere — Schlagwörter: — basel @ 9. Februar 2010

Nein die Studenten Bewegung ist noch lange nicht zu Ende. Hat es erst angefangen? Hier eine Nachricht die uns von Brighton GB erreicht hat:

http://defendsussex.wordpress.com/2010/02/08/occupation-statement-1/

Occupation Statement 1

We have occupied the top floor of Bramber House, University of Sussex, Brighton. There are 106 of us.

The decision to occupy has been taken after weeks of concerted campaigning during which the university management have repeatedly failed to take away the threat of compulsory redundancies and course cuts.

We recognise that an attack on education workers is an attack on us.

The room we have occupied is not a lecture theatre but a conference centre. As such, we are not disrupting the education of our fellow students; rather, we are disrupting a key part of management’s strategy to run the university as a profitable business.

They’re occupying everywhere in waves across California, New York, Greece, Croatia, Germany and Austria and elsewhere – and not only in the universities. We send greetings of solidarity and cheerful grins to all those occupation movements and everyone else fighting the pay cuts, cuts in services and jobs which will multiply everywhere as bosses and states try and pull out of the crisis.

But we are the crisis.

Profitability mean nothing against the livelihoods destroyed, lost homes, austerity measures, green or otherwise. We just heard we’ve increased ‘operational costs’ – they’d set out the building for a meeting and now they’ll have to do it again

We’ll show them “operational costs.”

Occupy again and again and again.

NO CUTS ANYWHERE.

THE UNIVERSITY IS A FACTORY. STRIKE. OCCUPY.

-All the occupiers of the 8th of February.

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Unsere besten Wünsche und viel Kraft nach Brighton!
Sie haben ein globales Bildungssystem geschaffen, nun ernten sie globalen Widerstand!

Bologna-Gipfel 11. – 12. März in Wien!

Abgelegt unter: Weitere — Schlagwörter: — Fabian @ 1. Februar 2010

Vom 11. bis 12. März werden die Bildungsminister*innen 46 europäischer Staaten, zur 10-Jahre-Jubiläumskonferenz des Bologna-Prozesses nach Wien und Budapest geladen. Angesichts der Zustände an den Universitäten und den breiten Protesten für freie Bildung, sind die geplanten Feierlichkeiten eine Verhöhnung der Uni-Angehörigen.

Der Bologna-Prozess hat das Ziel, die Vereinheitlichung des europäischen Hochschulraumes für mehr Dynamik und Mobilität, klar verfehlt. Die stark verschulten Studienpläne und der Druck diese in Mindeststudienzeit zu absolvieren erschweren es Auslandssemester zumachen. Das neue dreistufige Studiensystem führte zu erhöhter sozialer Selektion. Während der Bachelor einer größeren Zahl zugänglich sein sollte, verdünnen sich Master und PhD zu einem Eliteprogramm, das vor allem Frauen ausschließt. Zudem kommt die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen sowie die Einführung von Studiengebühren und vermehrter Demokratieabbau an den Universitäten. Die schwere finanzielle Lage zwingt mehr und mehr Hochschulen, Konzerne als Investoren für Forschungan die Universität zu locken, unabhängige und freie Forschung wird dabei unmöglich. Die Ausrichtung der Lehrinhalte auf Arbeitsmarkt-Interessen im Zuge der Lissabonstrategie betrifft nicht nur Universitäten sondern soll zur Leitlinie des gesamten Bildungswesens werden, dies schränkt die Möglichkeit selbstbestimmt und kritisch zu Lernen ein.

Angesichts dieser desaströsen Lage sehen wir keinen Grund das 10- jährige Bestehen der Bolognareform zu feiern. Die europaweiten Proteste unter Studierenden, Lehrenden und Schüler*innen zeigen, dass die Politiker*innen nicht mehr über unsere Köpfe entscheiden können.

Die Bolognastrategie ist fehlgeschlagen und bietet keinen Grund zu internationalen Feierlichkeiten. Deshalb wollen wir die Konferenz mit Demonstrationen, Streik und Blockaden “empfangen”, auf einem Gegengipfel die europäische Hochschulpolitik kritisch hinterfragen und die Vernetzung der internationalen Bildungsproteste vorantreiben.

Komm, beteilige dich! Versauen wir gemeinsam die Feierlichkeiten! Keine Party ohne uns!

bolognaburns.org

Übersicht über die Bilungsproteste im Jahr 2009

Abgelegt unter: Weitere — Schlagwörter: — Lisa @ 24. Januar 2010

Auf der Seite des “International Student Movement” findet ihr eine Auflistung der weltweiten Bildungsproteste, die alle in Verbindung mit den “neoliberalen Reformen” im öffentlichen Bildungssystem stehen. Hunderte von Aktionen in 51 Ländern über 5 Kontinente verteilt, wurden allein im Jahr 2009 gezählt.

Die Wurzel der Probleme ist überall dieselbe: Es ist ein und derselbe Kampf. Es ist unser Kampf! Zeit sich zusammen zu tun. Weltweit. Dazu kann das “International Student Movement” als Austausch-, Informations-, und Vernetezungsplattform dienen und die Proteste global koordinieren.

Aktion zur Rektorenkonferenz

Abgelegt unter: Bern, Weitere — Schlagwörter: — Bern @ 22. Januar 2010

Link zum Video der Rektorenkonferenz:

http://www.plebstv.com/a/aa06f36e01/Bildungsdemo_waehrend_der_RektorenkonferenzCRUZ_in_Bern

Am 21. Januar fand die Rektorenkonferenz (nein, es hat keine Rektorinnen) CRUS in Bern statt. Die CRUS ist ein Gremium, das bei wichtigen hochschulpolitischen Entscheidungen über Einfluss verfügt, jedoch weder demokratisch legitimiert noch offen ist für Mittelbau und Studierende.

Federführend wirkte die CRUS vor allem bei der Umsetzung der Bologna-Reform, die aus Bildung eine markttaugliche Ware gemacht hat.

Neben der Umsetzung der Bologna-Reform beschäftigt sich die CRUS hauptsächlich mit hochschulpolitischer Lobbyarbeit. Statt sich kritisch mit den aktuellen Entwicklungen auseinanderzusetzen und Bildung für alle zu fordern, reiht sich die CRUS in den Sprechchor der dominanten Wirtschaftsdiskurse ein: In Stellungsnahmen fordert sie mehr Autonomie für die Universitäten und stärkere Konkurrenz zwischen diesen. Hinter der Forderung nach Autonomie steckt die Vorstellung, dass Universitäten wie private Unternehmen geführt werden sollen, d.h. die Rektoren sollen ohne demokratische Mitsprache der Universitätsangehörigen frei über Zielsetzungen, Finanzen, Personal, Organisation und Sachmittel der Universitäten bestimmen dürfen.

Die Forderung nach mehr Wettbewerb zwischen den Universitäten zeigt, wie ernst ihnen die Ökonomisierung der Bildung ist. Wettbewerb zwischen Hochschulen führt zu Eliteuniversitten, ungleichen Bildungsmöglichkeiten und zum Verschwinden unrentabler – aber wertvoller – Studienbereiche.

Studierende der Universitäten Bern, Lausanne, Basel und Zürich versammelten sich deshalb am 21.1. in Bern zu kreativem Protest gegen die CRUS. Das blinde Jagen nach ECTS-Punkten und die Verschulung der Uni wurden ebenso in einem Theater dargestellt wie “Bologna. Drama in vier Akten”. Während der Kundgebung konnten wir mit zwei Rektoren zu der CRUS und der Räumung der Uni Zürich sprechen.

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