BastA solidarisiert sich

Filed under: Basel — Cedric @ 17. November 2009

Uniproteste: Debatte über Inhalte an der Universität ist überfällig.
BastA! hat schon mehrfach darauf hingewiesen, dass sich die Universität mit ihrer Auslagerung im Jahre 1995 erhebliche Nachteile eingehandelt hat. Insbesondere brachten die neuen Strukturen einen massiven Demokratieabbau mit sich, sowohl hinsichtlich der Mitsprache der Kantonsparlamente bei der Festlegung der bildungspolitischen Schwerpunkte, wie auch hinsichtlich der Mitbestimmung der Studierenden. Inzwischen hat sich bestätigt, dass der wirtschaftslastig zusammengesetzte Universitätsrat wie der Verwaltungsrat eines Konzern schaltet und waltet: Lehre und Forschung werden einseitig auf die Bedürfnisse der Wirtschaft ausgerichtet. Erschwerend kommt hinzu, dass die sogenannte Bologna-Reform zu einer Verschulung des Studiums führte. Anstatt die kritische Auseinandersetzung mit den Bildungsinhalten und der Gesellschaft voranzutreiben und eigenständiges Denken zu fördern, werden Studierende darauf getrimmt, Kreditpunkte zu sammeln.
Umso erfreulicher ist es, dass sich jetzt Studentinnen und Studenten zur Wehr setzen und eine Debatte über die Strukturen und die Lehrinhalte an der Universität auslösen. Diese Debatte ist absolut dringlich. BastA! will eine demokratische Uni, an der die Studierenden Mitbestimmungsrechte besitzen und die Forschungsfreiheit garantiert ist, eine Uni, die sich am Gesamtwohl der Gesellschaft orientiert. Bildung ist ein öffentliches Gut und darf nicht privaten Interessen untergeordnet werden.

MM Uniproteste_2-1

Kommentar zu den Forderungen vom 17.11.09

Filed under: Basel — Schlagwörter: — Floelae @


Forderung 1: Für eine kritische Universität und mehr Mitbestimmung der Studierenden an der Ausgestaltung des Bildungsangebots

Angebote ausgehend von studentischer Aktivität wie beispielsweise Seminare aber auch freiwillige wissenschaftliche Arbeiten sollen in einem größeren und einfacheren Rahmen möglich gemacht werden (mit KP). Das Prinzip des „learning contract“ soll ausgebaut bzw. vereinfacht werden. Das heisst, keine Einschränkung der Anzahl der „learning contracts“ sowie die Ausdehnung des Zeitfensters des Vertragsabschlusses auf das gesamte Semester. Die Regenz und das Rektorat bzw. der Universitätsrat sollte eine Entwicklung zur Förderung studentischer Aktivität gutheißen und konkret fördern und diese auch im Vorlesungsverzeichnis als solche kennzeichnen.

Durch Präsenzkontrollen wird eine aktive Teilnahme aller Beteiligten gehemmt, da suggeriert wird, dass eine physische Präsenz ausreichend sei. Die zuständigen Instanzen, insbesondere in der philosophisch-historischen Fakultät, werden aufgefordert, die bestehende Ordnung zu überdenken und nach einem freiheitlicheren Prinzip zu gestalten (ergo keine Präsenzkontrollen). Zusätzlich sollen zu Beginn einer Veranstaltung eine sinnvolle Form des Leistungsnachweises von den Dozierenden in Zusammenarbeit mit den Studierenden festgelegt werden. Ob es Sinn macht Module anzubieten, sollte  in den einzelnen Fällen überdacht werden und in Rücksprache mit den Studierenden des Faches weitergeführt oder abgeschafft werden. Ausserdem hemmt die Modularisierung in einigen Fällen auch die Mobilität unter den Universitäten.

Die Ordnung über die Präsenzkontrollen und der Modularisierung der einzelnen Fächer unterliegt den Fakultäten, wobei sie vom Universitätsrat genehmigt werden muss.

Eine angemessene Betreuung in einem Seminar ist nur dann möglich, wenn die Zahl der Studierenden proportional zu den DozentInnen sich in einem Feld von ungefähr 25:1 bewegt. Alles andere ist eine Massenveranstaltung. Die Institute sowie Fakultäten werden aufgefordert, sich für das Berufungsverfahren einzusetzen und (wenn in diesem Sinne nötig) mehr Professuren bzw. Dozentenstellen zu fordern. Von der Planungskommission bzw. dem Rektorat sowie dem Universitätsrat (in seiner Exekutivfunktion sowie seiner Planungsfunktion) wird gefordert sich (auch) anhand der jeweiligen Studierendenzahl in dieser Frage zu orientieren. Bisherig wurde die Planung der Gewichtung der Fakultäten/Institute unter anderem anhand von wirtschaftlichen, standortstheoretischen sowie der „Frage nach dem Sparpotential“ durchgeführt. Die Universität ist jedoch auch nach den Maßstäben der Interessen der Studierenden auszurichten!

Dies ist schwer machbar, da der Universitätsrat das „oberste Entscheidungs- und Aufsichtsorgan der Universität“ ist und ausschließlich aus Mitgliedern aus „Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik, welche nicht der Universität angehören“ zusammengesetzt. Momentan sind 11 Mitglieder im Universitätsrat, 4 sind der Politik zuzuschreiben, 4 der Wirtschaft (Spitalwesen, Beratung Life Science, Unternehmer sowie Verwaltungsrat versch. Unternehmen), 2 als „Head of Pharma Research“ zweier multinationaler Unternehmen (auch Wirtschaft) und 1 Mitglied, welches man dem Feld der Wissenschaft zugehörig erklären kann. Gesetzeswidrig ist außerdem die Zusammensetzung des Rates: 2 Frauen, 9 Männer. Momentan ist der Bereich der Kultur nicht vertreten.

Verweis auf Forderung 3 Organigramm mit Gesetzesartikel und Hinweis auf Geschlechtergleichheit

Forderung 4: Soziale Hintergründe und finanzielle Verhältnisse sollen kein Grund sein, nicht studieren zu können.

Wir beziehen uns auf Artikel 26 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte,“ 1948 von der UNO verabschiedet: „[...]der Hochschulunterricht muss allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.“ Auch im Schweizerischen Bundesgesetz werden keine Selektionsvorgaben ausser den persönlichen Fähigkeiten erlaubt: „Geeignet für eine Ausbildung ist, wer die Aufnahme- und die Promotionsbestimmungen der Ausbildungsstätte erfüllt.“ Deshalb fordern wir eine Abschaffung der Studiengebühren, da diese eine Selektion nach finanziellen Kriterien darstellt. Für Studierende aus finanziell schwachen Verhältnissen ist es tatsächlich ein Problem, die jährlichen Gebühren von ca. 1’400 CHF aufzubringen. Da ein progressives Gebührensystem für die Universität undenkbar wäre, schlagen wir vor, die Kluft der finanziellen Hintergründe die zwischen den Studierenden herrscht, durch eine Abschaffung eben dieser Gebühren zu schmälern. Gemäss des Jahresberichts 2008 der Universität Basel entsprechen die Einnahmen durch Studiengebühren à 1’400 CHF auf 11’360 CHF Studierende rund 2’9% des Gesamtbudgets von rund 538 Mio. CHF. Auch eine Erhöhung der Studiengebühren würde diesen Prozentsatz nur marginal vergrössern, stellt jedoch für viele Studierende eine weitere Präkarisierung ihrer ökonomischen Situation dar.

Darlehen vs. Stipendien bzw Ausbau Stipendien

Statut der Universität Basel, 12. Dezember 2007, S.7 und 10 sowie „Universitätsgesetz“, 8. November 1995, S.3

Statut der Universität Basel, 12. Dezember 2007, S.10

„Universitätsgesetz“, 8. November 1995, S.1 und 3

„Die Universität Basel 2005 – 2008, Bericht und Antrag des Universitätsrats an die Regierungen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft für die Leistungsvereinbarung 2005 – 2008, 6. April 2004, Anhang 2

„Universitätsgesetz“, 8. November 1995, S.1

„Universitätsgesetz“, 8. November 1995, S.2

www.unibas.ch

„Universitätsgesetz“, 8. November 1995, S.2 oben

SR 416.0 Bundesgesetz über Beiträge an die Aufwendungen der Kantone für Stipendien und Studiendarlehen im tertiären Bildungsbereich (Ausbildungsbeitragsgesetz), 3. Abschnitt, Artikel 6

Internationaler Aktionstag

Filed under: Basel — Schlagwörter: — Cedric @

Heute ist der internationale Aktionstag in ganz Europa gegen die Ökonomisierung der Bildung! Unsere Universität bleibt besetzt. Gestern sind 6 neue Universitäten zu uns gestossen. Solidarische Grüsse an alle Kommilitoninnen, die für ein Recht auf Bildung einstehen. Zusätzlich erwarten wir heute Besuch von wiener Besetzerinnen.

http://www.unsereunis.de/

http://emancipating-education-for-all.org

Antwort an das Rektorat

Filed under: Basel — Cedric @ 16. November 2009

Antwort auf die Räumungsaufforderung vom 16.11.2009

Sehr geehrter Herr Rektor Loprieno, Sehr geehrter Herr Verwaltungsdirektor Tschumi.

Wir konnten ihrer Aufforderung, die Aula ab 12 Uhr „definitiv freizugeben“, heute nicht nachkommen. Wir möchten Ihnen folgende Gründe dafür nennen:

1.Bisher gab es ihrerseits keine Rückmeldung über eingeleitete Schritte, um ihre minimalen Zusagen und Vorschläge nach der Diskussion vom Donnerstag zu konkretisieren.

2.Für die nächsten Tage wurde von den Arbeitsgruppen ein vielfältiges Programm vorbereitet. Verschiedene Referenten werden Diskussionsbeiträge einbringen und diskutieren. Wir wollen unseren Arbeitsprozess weiterhin intensivieren und unsere Kritik vertiefen. Aufgrund weiterer Anfragen sind wir vom Diskussionsbedarf und somit der Wichtigkeit dieser Plattform weiterhin überzeugt.

3.Die Bewegung und das Mittel der Besetzung der Aula entstand aufgrund von Ausweglosigkeit und Mangel an Alternativen. Basispolitisches Engagement wird an dieser Universität verhindert. Finanzielle und bürokratische Hürden setzen uns Grenzen. Ein selbstbestimmter studentischer Raum wird an dieser Universität dringend benötigt, damit Forderungen und Prozesse einer studentischen Politik nicht in einem isolierten Raum stattfinden. Dies hat die Besetzung der Aula ermöglicht und soll es auch weiterhin tun.

4.Die in der Aula geplanten Vorlesungen können durchaus in einen alternativen Raum verlegt werden, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist. Falls sie dabei Hilfe brauchen, kommen sie auf uns zu.

Mit Bedauern stellen wir fest, dass sie offensichtlich nicht weiter bereit sind, den Dialog mit uns zu führen, sondern mit der Androhung von konkreten Massnahmen eine Verschärfung der Situation provozieren. Alte Machtkonstellationen und „Traditionen“ sollen hinterfragt werden können. Diskussionen und Plattformen müssen geschaffen werden, um neue Gedanken zu ermöglichen und Raum für deren Umsetzung zu geben. Wir erachten somit die Besetzung der Aula nicht als eine Blockade, sondern als einen wichtigen Beitrag in einer offenen universitären Diskussion.

Wir danken für Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüssen.

UnsereUni

Einladung zur Pressekonferenz

Filed under: Basel — Sven @

Sehr geehrte Damen und Herren

Gerne laden wir Sie am:
Mittwoch, 18. November, 13:00 Uhr
zu einer Pressekonferenz ein.

Wir kritisieren:

  • Verschulung und Ökonomisierung des Uniwesens.
  • Fehlendes Mitspracherecht der Studierenden und Dozierenden.
  • Prekäre Arbeitssituation an der Universität, insbesondere des Reinigungspersonals.
  • Selektion aufgrund von sozialer Herkunft und Geschlecht.
  • Fehlende Transparenz bei den universitären Prozessen (Strukturen, Projekten und Geldflüssen)

Aus diesen Gründen haben Studierende der Universität Basel seit Mittwoch, dem 11. November 2009 die Aula des Kollegiengebäudes besetzt. Diesen Raum nutzen wir um diese Themen zu diskutieren und Verbessungsvorschläge zu finden, die bisher im universitären Alltag zu wenig Beachtung gefunden haben.

Nach einer Woche voller konstruktiver und spannender aber auch kontroverser Diskussionen möchten wir unsere Überlegungen und Forderungen der breiten Öffentlichkeit präsentieren und über das weitere Vorgehen informieren.

Die Ausarbeitung der Ziele und Forderungen einer Bewegung braucht Zeit. Da uns diese Zeit aufgrund einer angedrohten Räumung nicht zur Verfügung steht, laden wir Sie bereits für den kommenden Mittwoch zu einer Pressekonferenz ein.

[Medienmitteilung]

Aula von Räumung bedroht

Filed under: Basel — Schlagwörter: — Cedric @

In einem Brief droht das Rektorat an, uns aus der Aula vertreiben zu wollen. Als erster Schritt soll uns heute Mittag die Tonanlage und die Heizung abgedreht werden. Weitere Schritte werden angedroht. Wir verurteilen den Versuch, die Aula zu räumen. Der Vorschlag, ein universitäres Forum einzurichten, ist überflüssig.

Wir haben mit der Besetzung ein Forum geschaffen, in dem sich sämtliche Parteien einbringen können. Heute Mittag um 12 Uhr trifft sich das Plenum, um über unsere nächsten Schritte zu entscheiden.

Was uns aber Mut macht, sind die zwei neuen Universitäten, die zu uns gestossen sind. Wir begrüssen herzlichst Lüneburg und Giessen!

Unia Soli Erklärung

Filed under: Basel — Cedric @

Unia Gewerkschaft
begrüsst die Aktionen der Studierenden und solidarisiert sich mit ihren Forderungen. Wir unterstützen insbesondere die Kritik an den Studiengebühren. Diese erschweren es Studierenden ohne wohlhabende Eltern auf unzulässige Weise, eine universitäre Ausbildung zu absolvieren. Die Unia kritisiert ebenfalls die undemokratische Zusammensetzung des Universitätsrates. Dieser ist in der aktuellen Form untragbar. Die Ausbildung, auch die universitäre, ist eine staatliche Aufgabe und die Universität soll nicht von Wirtschaftsvertretern regiert werden. Ganz besonders erfreut ist die Unia, dass die Studierenden auch an das Personal der Universität denken. Die Forderung nach höheren Löhnen für das Reinigungspersonal ist mehr als berechtigt. Die Unia setzt sich gemeinsam mit den Studierenden für “saubere Löhne” für das Reinigungspersonal ein.

Unsere Forderungen

Filed under: Basel — Schlagwörter: — Sven @ 15. November 2009

Für eine kritische Universität und mehr Mitbestimmung der Studierenden an der Ausgestaltung des Bildungsangebots.

Präsenzkontrollen, Module und unreflektiertes Auswendiglernen töten den akademischen Geist der Universität. Studierende sollen gemeinsam mit den Dozierenden unter anderem über die geeignete Form der Leistungsüberprüfung entscheiden können. Auch sollen studentische Seminare in das Vorlesungsverzeichnis aufgenommen und mit Kreditpunkten honoriert werden. Den Worten im Glas der Aulafenster „Der Geist der Wissenschaft lässt sich keine Fesseln anlegen“ soll wieder Bedeutung verliehen werden.

Wir fordern eine Wiedereingliederung des ausgelagerten Personals

(Reinigung, Catering) und angemessene Arbeitsbedingungen, die den ethischen Ansprüchen der Universität entsprechen.

Momentan wird die Uni von externen Reinigungsfirmen betreut. Das Personal ist zwar nach dem GAV angestellt, wird aber dennoch ungenügend entlohnt. Der Lohn beträgt lediglich 16.70 CHF. Das ist an einer Universität nicht angebracht. Ebenfalls müssen die Ferien des gesamten universitären Personals auf mindestens fünf Wochen erhöht werden.

Wir verlangen ein Demokratisierung der Strukturen und vollständige Transparenz, insbesondere bezüglich der Finanzierung von Studiengängen und Forschungsprojekten.
Die Studierenden sollen ein reales Mitbestimmungsrecht bekommen und nicht nur repräsentativen Einsitz in Regenz und Fachschaften. Die Entscheidung über das Angebot an Studiengängen soll nicht bei den VertreterInnen der Privatwirtschaft liegen.

Soziale Hintergründe und finanzielle Verhältnisse sollen kein Grund sein, nicht studieren zu können.

Wir fordern einen Ausbau des Stipendienangebots, den finanziellen Verhältnissen der Studenten und Studentinnen angepasste Preise in der Mensa und das Angebot von Alternativen (bspw. Mikrowellen und Kochgelegenheiten).

Wir wünschen uns Raum, um an der Universität ein unabhängiges und selbstverwaltetes StudentInnen- Café einzurichten. Die Studiengebühren sind abzuschaffen.

Besetztenbash

Filed under: Basel — Schlagwörter: — Jeremias @ 14. November 2009

Das Musikprogramm für heute Abend 15.11.09:

  • Skarabäus (21.00 Uhr)
    Urban Folk Punk

Impressionen vom Flashmob

Filed under: Basel — Schlagwörter: — Sven @

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