Die Forderung nach einem Studicafé und einem eigenen Raum bleibt erhalten!

Abgelegt unter: Basel — Schlagwörter: — Sven @ 4. Dezember 2009

Die Bewegung Unsere Uni Basel hat sich dazu entschlossen, dass Studicafé sowie den Raum 028 bis auf Weiteres für den kritischen Diskurs aller Studierenden offen zuhalten. Das Schreiben des Rektorats vom 2. Dezember 2009 wurde zur Kenntnis genommen. Wie bereits in der Absichtserklärung ausgeführt, wird der Raum für die anstehenden fünf Prüfungen hergerichtet und freigemacht, damit die Prüfungen unter ordentlichen Bedingungen durchgeführt werden können.

Um unseren Forderungen, im speziellem unserem Anliegen nach einem Raum, Nachdruck zu verleihen, finden am heutigen Abend vor der Aula eine Diskussionsrunde, ein Abendessen und ein Konzert statt.

Trotz der freiwilligen Räumung hat sich die Universitätsleitung nie ernsthaft dialogbereit gezeigt und völlig unzureichende Angebote unterbreitet. Wir konstatieren, dass die Universitätsleitung kein Interesse an kritischen Stimmen innerhalb der Universität hat.

Es geht weiter!

Abgelegt unter: Basel — Schlagwörter: — Sven @ 3. Dezember 2009

Europaweit sind über 70 Unis besetzt! In zahlreichen Ländern protestieren Zehntausende gegen die mit dem Bolognasystems verbundene Verschulung des Studiums. Für mehr Mitbestimmung und für freien Zugang zur Hochschulbildung!

Ein eigenes Studicafé!
Vergangenen November haben wir die Aula der Universität Basel besetzt um auf unsere Anliegen aufmerksam zu machen. Mit dem Versprechen seitens des Rektorats, den Studierenden eine Räumlichkeit für ein selbstverwaltetes Studicafé zur Verfügung zu stellen, haben wir die Aula nach acht Tagen wieder freiwillig verlassen. Seither wird dieses Studicafé rege genutzt und hat als Plattfform zur Weiterentwicklung unserer Anliegen und den freien Austausch an Bedeutung gewonnen.

Dialog?
Doch unsere Kompromissbereitschaft hat sich nich ausgezahlt: Nach nicht einmal zwei Wochen haben wir seitens des Rektorats die Aufforderung erhalten, das Studicafé sowie den dazugehörigen Raum 028 wieder zu verlassen. Das Rektorat unternimmt alles, um zu verhindern, dass sich Studierende unabhängig organisieren.

Wir lassen uns nicht verbieten
Das Programm für morgen:
18:00 – Offene Diskussion: Studierendenproteste – Unibesetzung als politisches Mittel?
20:00 – Essen
Ab 21:00 – Konzerte

Kommentierte Forderungen

Abgelegt unter: Basel — Jeremias @ 1. Dezember 2009

Forderung 1: Für eine kritische Universität und mehr Mitbestimmung der Studierenden an der Ausgestaltung des Bildungsangebots

  1. Angebote ausgehend von studentischer Aktivität, wie beispielsweise Seminare aber auch freiwillige wissenschaftliche Arbeiten, sollen in einem größeren und einfacheren Rahmen möglich gemacht und gleichwertig angerechnet werden. Das Prinzip des „learning contract“ soll ausgebaut bzw. vereinfacht werden, da es bis anhin aufgrund komplizierter Auflagen zu wenig genutzt wird. Das heisst, keine Einschränkung der Anzahl der „learning contracts“. Die Exekutive (bisher die Regenz und das Rektorat bzw. der Universitätsrat) sollte eine Entwicklung zur Förderung studentischer Aktivität gutheißen und konkret fördern und diese auch im Vorlesungsverzeichnis als solche kennzeichnen.1

  2. Durch Präsenzkontrollen wird eine aktive Teilnahme aller Beteiligten gehemmt, da suggeriert wird, dass eine physische Präsenz für das Studium ausreichend sei. Die zuständigen Instanzen, insbesondere in der philosophisch-historischen Fakultät, werden aufgefordert, die bestehende Ordnung zu überdenken und nach einem freiheitlicheren Prinzip zu gestalten (ergo keine Präsenzkontrollen). Zusätzlich sollen zu Beginn einer Veranstaltung eine sinnvolle Form des Leistungsnachweises von den Dozierenden in Zusammenarbeit mit den Studierenden festgelegt werden. Ob es Sinn macht Module anzubieten, sollte in den einzelnen Fällen überdacht werden und in Rücksprache mit den Studierenden des Faches (Fachgruppen, Skuba-Vertreter und Studierende) weitergeführt oder abgeschafft werden. Ausserdem hemmt diese „Überregulierung“ die Mobilität unter den Universitäten.2

Bisher unterliegt die Ordnung über die Präsenzkontrollen und der Modularisierung der einzelnen Fächer den Fakultäten, wobei sie vom Universitätsrat genehmigt werden muss.3

  1. Eine angemessene Betreuung in einem Seminar ist nur dann möglich, wenn sich die Zahl der DozentInnen proportional zu den Studierenden in einem Feld von ungefähr 1:25 bewegt. Alles andere ist eine Massenveranstaltung. Die Institute sowie Fakultäten werden aufgefordert, sich für das Berufungsverfahren einzusetzen und – wenn in diesem Sinne nötig – mehr Professuren bzw. Dozentenstellen zu fordern. Von der Planungskommission bzw. dem Rektorat sowie dem Universitätsrat (in seiner Exekutivfunktion sowie seiner Planungsfunktion) wird gefordert sich (auch) anhand der jeweiligen Studierendenzahl in dieser Frage zu orientieren.4 Bisher wurde die Planung der Gewichtung der Fakultäten/ Institute unter anderem anhand von wirtschaftlichen, standortstheoretischen und der „Frage nach dem Sparpotential“ durchgeführt.5 Die Universität ist jedoch auch nach den Maßstäben der Interessen der Studierenden, der Dozierenden und dem gesamten Personal auszurichten!

  2. Dies ist schwer machbar, da der Universitätsrat das „oberste Entscheidungs- und Aufsichtsorgan der Universität“6 ist und sich ausschließlich aus Mitgliedern aus „Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik, welche nicht der Universität angehören“7 zusammensetzt. Momentan sind 11 Mitglieder im Universitätsrat, 4 sind der Politik zuzuschreiben, 4 der Wirtschaft (Spitalwesen, Beratung Life Science, Unternehmer sowie Verwaltungsrat versch. Unternehmen), 2 als „Head of Pharma Research“ zweier multinationaler Unternehmen (auch Wirtschaft) und 1 Mitglied, welches man dem Feld der Wissenschaft zugehörig erklären kann.8 Gesetzeswidrig ist außerdem die Zusammensetzung des Rates: 2 Frauen, 9 Männer.9 Momentan ist der Bereich der Kultur nicht vertreten.

Verweis auf Forderung 3 Organigramm mit Gesetzesartikel und Hinweis auf Geschlechtergleichheit

Forderung 2: Die Wiedereingliederung des ausgelagerten Reinigungspersonals, die angemessene Arbeitsbedingungen mit sich bringt

  1. Stand der Dinge: Nach dem Gesamtarbeitsvertrag für die Reinigungbranche der Deutschweiz10 beträgt der absolute Minimallohn einer Unterhaltsreinigerin/ eines Unterhaltsreinigers ab 2009 16.70 CHF (Stundenlohn) mit einem Anteil von ¾ eines 13. Monatslohns (+6,1%). Die Universität Basel beansprucht Putzdienste von den Firmen ISS, Reif, Vebego und GMC. In einem Gespräch mit Angestellten einer dieser Firmen11 wurde deutlich, dass die betreffende Firma grundsätzlich nur bereit ist, den Minimallohn zu zahlen. Erst nach erheblichem Druck seitens der Angestellten wurde der Stundensatz auf 18.50 CHF angehoben. Berichten Rita Schiavis von der Gewerkschaft UNIA Nordwestschweiz zufolge stellen die genannten Reinigungsfirmen einen Teil ihrer Angestellten weniger als 12,5 Stunden pro Woche ein, mit dem Ziel, die Abgaben für die Krankentaggeldversicherung zu umgehen. Zudem wird absichtlich versucht, die Jahreslöhne unter 25′000 CHF zu halten, um die Zahlung der 2. Säule (Pensionskasse) für die Angestellten einzusparen.

  2. Vorschlag: Laut Schiavi zahlt die Universität Basel trotz der Auslagerung des Personals zwischen 30 und 37 CHF für die Putzleistung pro Stunde. Bei einer Wiedereingliederung der Reinigungsangestellten (also bei direkter Anstellung durch die Universität) könnten mit gleich hohen Kosten wesentlich bessere, Existenz sichernde Löhne für das Reinigungspersonal bezahlt werden. Zudem würden dieselben Arbeitsbedingungen wie für alle Universitätsangestellten gelten: Krippenplätze könnten in Anspruch genommen werden, die Angestellten stünden unter fairem Kündigungsschutz, für Taggeldversicherung und Pensionskasse wäre gesorgt.

Forderung 3: Wir verlangen eine Demokratisierung der universitären Strukturen und vollständige Transparenz, insbesondere bezüglich der Finanzierung von Studiengängen und Forschungsprojekten

  1. Wir fordern sofort eine vollständige Offenlegung der Finanzströme und den Verteilungskriterien, primär in Bezug auf die Finanzierung von Instituten, Studiengängen und Forschungsprojekten. Des Weiteren fordern wir Transparenz in den organisatorischen Strukturen, den Entscheidungsfindungsprozessen des Universitätsrates12. Dies ist für unsere weitere Arbeit von grundlegender Bedeutung, um unsere Kritik konkret zu gestalten und unsere Vorschläge zu vertiefen. Das Wissen darüber stellt in unserem Demokratieverständnis ein Grundrecht dar. Es gibt keine Gründe, dies nicht offen zu legen. Ansonsten muss angenommen werden, dass der Öffentlichkeit etwas verheimlicht wird.

Forderung 4: Soziale Hintergründe und finanzielle Verhältnisse sollen kein Grund sein, nicht studieren zu können

  1. Erinnert man sich an den Artikel 26 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, welche 1948 von der UNO verabschiedet wurde, erhält man einen moralischen Leitfaden: „[...] der Hochschulunterricht muss allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.“ Rechtlich beziehen wir uns auf das Schweizerische Bundesgesetz nachdem außer den persönlichen Fähigkeiten keine Selektionsvorgaben erlaubt sind: „Geeignet für eine Ausbildung ist, wer die Aufnahme- und die Promotionsbestimmungen der Ausbildungsstätte erfüllt.“13 Deshalb fordern wir eine Abschaffung der Studiengebühren, da diese eine Selektion nach finanziellen Kriterien vornimmt. Für Studierende aus finanziell schwachen Verhältnissen ist es tatsächlich ein Problem, die jährlichen Gebühren von ca. 1′400 CHF aufzubringen. Da ein progressives Gebührensystem für die Universität undenkbar wäre, schlagen wir vor, die Kluft der finanziellen Hintergründe, die unter den Studierenden herrscht, durch eine Abschaffung eben dieser Gebühren zu schmälern. Gemäss des Jahresberichts 2008 der Universität Basel entsprechen die Einnahmen durch Studiengebühren à 1′400 CHF auf 11′360 Studierende rund 2,9% des Gesamtbudgets von rund 538 Mio. CHF. Auch eine Erhöhung der Studiengebühren würde diesen Prozentsatz nur marginal vergrössern, stellt jedoch für viele Studierende eine weitere Präkarisierung ihrer ökonomischen Situation dar.

  2. Eine Abschaffung der Studiengebühren würde eine Vereinfachung im Verwaltungswesen der Universität, sowie für die betroffenen Studierenden mit sich bringen: Erstens entfällt der logistische Aufwand, die Studiengebühren einzutreiben und zweitens wären weniger Studierende von den Stipendien des Kantons abhängig. Dieses Modell sollte eine Öffnung des Stipendienwesens zur Folge haben, mit dem Ziel, Stipendien in angemessener Höhe (ca. 26′000 CHF pro Jahr)14 zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren muss es im gleichen Zug möglich sein, die Stipendienrichtlinien auf nationaler Ebene zu harmonisieren.

1 Statut der Universität Basel, 12. Dezember 2007, § 11, § 12 und § 16 sowie „Universitätsgesetz“, 8. November 1995,§ 7, §10 und §11

2 Urs Stäheli, Basler Zeitung, 18. November 2009, S. 32

3 Statut der Universität Basel, 12. Dezember 2007, § 16

4 „Universitätsgesetz“, 8. November 1995, § 7, § 10 und § 12

5 „Die Universität Basel 2005 – 2008, Bericht und Antrag des Universitätsrats an die Regierungen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft für die Leistungsvereinbarung 2005 – 2008, 6. April 2004, Anhang 2

6 „Universitätsgesetz“, 8. November 1995, § 7

7 „Universitätsgesetz“, 8. November 1995, § 8

8 www.unibas.ch

9 „Universitätsgesetz“, 8. November 1995, weiter § 8

10 gültig ab 1. April 2007, Def. Gem. Art. 4.1 GAV

11 Name bekannt, aus Grunden des Datenschutzes nicht angegeben

12 Geschützt aufgrund des „Persönlichkeitsschutzes“, Mitteilung von Herrn Hans Amstutz, Generalsekretär Universität Basel

13 SR 416.0 Bundesgesetz über Beiträge an die Aufwendungen der Kantone für Stipendien und Studiendarlehen im tertiären Bildungsbereich (Ausbildungsbeitragsgesetz), 3. Abschnitt, Artikel 6

14 SKOS-Richtlinie

Absichtserklärung von Unsere Uni Basel

Abgelegt unter: Basel — Schlagwörter: — Sven @

An der Plenarversammlung von Montag 30.11.09 wurde beschlossen, vorerst keine weiteren direkten Verhandlungen mit dem Rektorat über die Nutzung der geforderten Räumlichkeiten zu führen. Die Vorschläge des Rektorats erachten wir mittlerweile im besten Falle als Verzögerungstaktik. Einer permanenten Nutzung des Raumes 028 und dem davor eingerichteten autonomen Studicafé wurde nie zugestimmt. In anbetracht dessen, dass wir die besetzte Aula unter der Bedingung verliessen, ebensolchen Raum und ein selbstverwaltetes Café permanent betreiben zu können, sehen wir die befristeten und stark eingeschränkten Vorschläge des Rektorats als ungenügend an. Das Vorhandensein eines freien Raumes innerhalb der Universität Basel ist keine übertriebene Forderung. Die Notwendigkeit zeigt sich in der regen Nutzung des Ortes als Ort der Diskussion und alternativer Veranstaltungen, sowie als Treffpunkt für die weiterhin bestehenden Arbeitsgruppen.
Wir erklären hiermit, dass wir den Raum 028 des Kollegiengebäudes der Universität Basel und das autonome, selbstverwaltete Studicafé weiterhin nutzen werden. Die Mitteilung, dass in eben diesem Raum Prüfungen durchgeführt werden, hat uns erreicht. Es wurde beschlossen, den Raum für die Prüfungen zur Verfügung zu stellen. Verantwortliche sollen uns über unseren email-Kontakt (unsereuni@immerda.ch) informieren, wann diese Prüfungen stattfinden, so werden wir zu dieser Zeit den Raum herrichten, ihn jedoch nach den jeweiligen Prüfungen wieder nutzen.
Allfällige weitere Aktionen und Möglichkeiten werden in den folgenden Plenarsitzungen besprochen. Eine Stellungnahme des Rektrats nehmen wir entgegen, verlangen sie aber nicht ausdrücklich, da wir nicht mehr an den guten Willen glauben.
Über weitere geplante Aktionen bezüglich unserer Hauptforderungen werden wir rechtzeitig informieren. Verschiedenes ist derzeit in Vorbereitung, an der Universität Basel, aber auch in Zusammenarbeit mit anderen schweizerischen Universitäten.
Our Education Is Still Not For Sale! Wir bleiben da und bleiben kritisch!
UnserUni

Raus an die Bildungsdemo!

Abgelegt unter: Basel — Lisa @ 26. November 2009

Die bürgerliche Koalition, welche die Mehrheit im KantonsratZürich stellt, will die Studiengebühren erhöhen. Doch esbleibt nicht bei ein, zwei Franken sondern es handelt sich dabeium eine Verdoppelung auf ca. 1200 Fr.-. Die Folgen sindverheerend: Hauptsächlich finanziell Schwächere werden vom Studium ausgeschlossen. Gleichzeitig erschwert das Bolognasystem den Studierenden die Möglichkeit eines Einkommens, da sie ihren Lebensplan nach einer straffen Bolognapunktejagd ausrichten müssen.Zusätzlich schrumpfte in den letzten Jahren der Stipendientopfum 19% während gleichzeitig die Zahl an Studierenden um 88% zugenommen hat. Können bald nur noch Kinder reicherEltern studieren? Es kann nicht sein, dass die Folgen der Krise auf die Studierenden abgewälzt werden. Während die Banken mitSteuergeld vollgepumt werden, sinkt das Bildungsbudget. Wirfordern ein dauerhaftes Rettungspaket für die Bildung! Lasst uns weiterkämpfen! Raus zur Demo gegen den geplanten Bildungsabbau! Bildung für alle!

Da wie schon vom Rektor bestätigt eine Konkurenz Situation zwischen den Universitäten herscht geht auch Basler Studentinnen diese Erhöhung etwas an. Denn es ist damit zu rechnen, dass sie hier bald folgen wird.

Freitag 28.11, 17:00, Haupteingang Uni Zürich

Zug ab Basel SBB 16:07

StudentInnen: Heraus zur Anti-WTO Demo in Genf!

Abgelegt unter: Basel, Weitere — Schlagwörter: — Lisa @ 25. November 2009

StudentInnen: Heraus zur Anti-WTO Demo in Genf

Vom 30.11.-2.12.09 findet in Genf die Minister-Konferenz der WTO statt. Gegen diesen Gipfel mobilisieren verschiedene Bündnisse international zur Grossdemo am Samstag 28.11.09 – 14Uhr, Place de Neuve, Genf. Gründe, als StudentInnen an diesem Protest teilzunehmen gibt es genug.

Was hat die freie Bildung, für welche wir kämpfen, gemeinsam mit der Trinkwasserversorgung in Ägypten? Was mit der Schliessung des Gemeinde-Spitals Riehen? Wie hängt Unsere Uni zusammen mit der Swisscom, der Post oder dem S-Bahn-Chaos in Berlin?

Gemeinsam ist diesen zufälligen Beispielen aus verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens, dass sie im Fokus der PrivatisiererInnen stehen oder diesen bereits zum Opfer fielen.

Gegen die WTO…

  1. Liberalisieren – dies bedeutet, den öffentlichen Sektor für den Markt öffnen.

  2. Ökonomisieren – Effizienzsteigerung auf Kosten der Angestellten und KonsumentInnen.

  3. Privatisieren – Auslagerung der Gewinne an Private.

  4. Resozialisieren – Abwälzung der Kosten auf die Allgemeinheit, sobald die Gewinne stagnieren.

Das Konzept ist ebenso verbrecherisch wie einfach. Allerdings gestaltet sich die Umsetzung auf globaler Ebene etwas komplizierter. Die oft an nationale Interessen gebundenen Unternehmen kämpfen um Gewinnmaximierung auf Kosten der anderen, um die begrenzten Geldtöpfe und Einflusssphären. Diese sich konkurrierenden Ansprüche möglichst einvernehmlich zu regeln, ist die wesentliche Aufgabe der Welthandels-Organisation WTO mit ihrem Sitz in Genf. Dass die WTO an dieser Aufgabe scheitert und scheitern muss, zeigt sich am Stagnieren der Doha-Runde seit acht Jahren und nicht zuletzt auch an der weltweit zunehmenden Kriegstendenz.

…und ihr GATS…

Wenn auch die WTO in vielen ihrer Kernbereiche ziemlich handlungsunfähig ist, so dürfen wir sie doch nicht unterschätzen. Gerade im Bereich der öffentlichen Dienstleistungen und darin der Bildung, ist die Wirkung der ständigen WTO-Appelle nach mehr Liberalisierung und Privatinvestitionen nicht zu übersehen. Zur Durchsetzung und Absicherung dieser Marktöffnung wurde 1993 ein eigenes Vertragswerk geschaffen, das GATS (General Agreement on Trade in Services), dessen Zweck nach Eigenangaben die „fortschreitende Liberalisierung“ sämtlicher Servicebereiche ist.

Zwar gilt dieses auch von der Schweiz unterzeichnete Abkommen hier noch nicht für die öffentliche Bildung. Zahlreiche Reformen der letzten zehn Jahre – so der Bologna-Vertrag – sind jedoch als Vorbereitungsschritte dahin zu verstehen. Und wem dies nützen soll, stellt die EU-Kommission unmissverständlich klar: “Das GATS ist nicht einfach etwas, was zwischen den Regierungen existiert. Es ist vor allem ein Instrument zum Wohle der Unternehmen.” Zu holen gibt es einiges: Allein der Weltmarkt für Bildung wird auf zwei Billionen US-Dollar geschätzt.

…unser Widerstand!

Schliessen wir uns also am Samstag dem Widerstand gegen die WTO an. Verbinden wir unseren Kampf mit den ArbeiterInnen, die dort gegen die Angriffe der WTO auf die Arbeitsgesetze protestieren. Und mit dem Kampf der BäuerInnen gegen die Agrar-Freihandelsabkommen der WTO. Und mit jenem der MigrantInnen aus dem Trikont gegen die gezielte Verarmung ihrer Herkunftsländer durch die WTO.

Setzen wir uns gemeinsam mit allen Menschen, die genug haben von Konkurrenz und Verwertungslogik, für eine Welt ein, die sich an Solidarität und unseren Bedürfnissen orientiert!

Auf nach Genf!

Für Bildung nach unseren Interessen!

Nichts ist vorbei! Der Stand des Protestes in Basel (20.11.09)

Abgelegt unter: Basel — Floelae @ 20. November 2009

Was wir mit der Aulabesetzung in der letzten Woche erreicht haben, ist grossartig: In aller Eindrücklichkeit wurde gezeigt, dass ein breites Bedürfnis nach Veränderung besteht. Unsere Aktion und die darin enthaltenen Diskussionen haben weit über die Aula hinaus gestrahlt. Wir sind das lebendige Beispiel dafür, dass es möglich ist und dass es sich lohnt, selber zu denken, sich für eine bessere Zukunft einzusetzen, anstatt alles zu schlucken, was uns vorgesetzt wird.

Nach einer intensiven Woche der Diskussionen, des gelebten Widerstandes und der internationalen Vernetzung sind wir nun an einem Punkt angelangt, an welchem wir unseren Kampf in anderer Form effizienter weiterführen werden. Die Aulabesetzung war wichtig als erste Phase des Protestes, doch nun soll die zweite Phase folgen, in der es darum geht, die gemachten Erfahrungen zu reflektieren, Inhalte zu konsolidieren und die Kräfte neu zu bündeln. Für diesen Schritt ist die Aula unter ständigem Mobilisierungsdruck und Räumungsandrohung nicht der richtige Ort für uns. Viel Kraft wurde darauf verwendet, die Aula besetzt zu halten. Innerhalb der Universität kämpfen wir weiterhin für einen unabhängigen, selbstverwalteten Raum, der als Ort der Diskussion und Ausgangspunkt weiterer Aktionen dienen soll.

Wir behalten uns sämtliche Aktionsformen offen!
Wir werden unbequem bleiben und nicht verschwinden!
Wir sind nicht mehr in der Aula, aber immer noch hier: Wir sind gegangen, um zu bleiben!
Wir unterstützen alle besetzten Universitäten weltweit und sprechen unsere feurigste Solidarität aus. Wir werden an eurer Seite stehen und kämpfen. Der Protest muss und wird weitergehen, in Basel und überall!

Unsereuni – Basel

Vorschlag des Rektorats

Abgelegt unter: Basel — Sven @ 19. November 2009

Vor wenigen Minuten ist die Delegation zurückgekehrt, welche für ein Gespräch mit dem Rektor eingeladen wurde. Anbei der Vorschlag des Rektorats:

Der Presseraum im Kollegienhaus wird ab Montag, 23. November 2009, der Studierendengruppe “Unsere Uni” für zwei Wochen zur Verfügung gestellt. Für die Nutzung dieses Raumes gelten folgende Regelungen:

  • Die Studierendengruppe “Unsere Uni” bestimmt Verantwortungsträger als Ansprechpersonen für das Rektorat, die diese Vereinbarung unterzeichnen. Diese müssen immatrikulierte Studierende der Universität Basel sein.
  • Die Verantwortung für die Aktivitäten und allfällige Schäden, die in diesem Raum oder infolge der Nutzung dieses Raums durch “Unsere Uni” entstehen, liegen bei den bezeichneten Verantwortungsträgern.
  • Der Raum steht den Studierenden während den ordentlichen Öffnungszeiten des Kollegienhauses zur Verfügung (07:00 – 20:30 Uhr, danach ist nur das Verlassen des Gebäudes möglich; die Türen schliessen automatisch und dürfen nicht blockiert werden).
  • Ausserhalb der Öffnungszeiten des Kollegienhauses ist dieser Raum immer abzuschliessen.
  • Vor dem Raum sind zwei Stellwände für die Verlautbarung von “Unsere Uni” zugelassen. Alle Schriftstücke haben das Datum der Ausgabe und die Herausgeberschaft zu bezeichnen.
  • Es finden darüber hinaus keine weiteren Aktivitäten vor dem Raum statt.
  • Lärmemmissionen im Kollegienhaus (Lautsprecher) sind zu vermeiden.
  • Es dürfen keine Plakate, Transparente und dergleichen an den Wänden im Kollegienhaus angebracht werden.
  • Wenn der Raum für universitäre Zwecke aus nicht planbaren Gründen dringend benötigt wird, muss er für diese Zwecke freigegeben werden.
  • Die Nutzung anderer Räume der Universität ist grundsätzlich möglich, muss aber in jedem Falll beim Rektorat beantragt werden.

Aula im Kollegienhaus freigegeben

Abgelegt unter: Basel — Schlagwörter: — Fabian @ 18. November 2009

Heute Abend haben wir die Aula in der Uni Basel freigegeben. Nach einer Spontanlärmdemo in der Innenstadt haben wir damit begonnen, unsere Sachen zu räumen. Wir erwarten bis morgen Abend die Zusage zu einem kleineren Zimmer, welches von nun an von uns ohne Beschränkungen für Diskussionen, Workshop etc. genutzt werden kann. Ausserdem bleibt unser autonomes Studentenkaffee  beim Westeingang im Kollegienhaus bestehen.

Wir sitzen noch etwas zusammen, danach werden wir das Gebäude verlassen. Nächstes Plenum findet am Freitag statt, Treffpunkt 12 Uhr im Innenhof des Kollegienhauses.

Programm 18.11.09

Abgelegt unter: Basel — Floelae @

10-11 Anelis Kaiser zum Thema: Education is not for Sale, was meinen die NaturwissenschaftlerInnen dazu?

12.00 Plenum und Essen

15.00 Öffentliche Pressekonferenz

Flyer

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