Brief an Rektor Würgler

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An den Rektor der Universität Bern

Bern, 25. November 2009

Ihr Vertragsangebot

Sehr geehrter Herr Würgler

Wir haben Ihren Entwurf für eine Vereinbarung über die beschränkte und zeitlich begrenzte Nutzung der Räumlichkeiten an der Parkterrasse 14 und Gertrud-Woker-Strasse 3 erhalten.

Ihr Vorschlag ist für uns unannehmbar.

Wir haben Ihnen mitgeteilt, dass wir einen ernsthaften Beitrag der Unileitung zur Schaffung einer nachhaltigen Plattform erwarten, wo aktuelle Probleme der Hochschulpolitik offen, kritisch und unabhängig diskutiert werden können. Dafür ist es notwendig, dass wir Räume (insbesondere Seminarräume) unbefristet zur Verfügung haben und selbst über die Nutzung bestimmen können.

Sie selbst haben uns in Ihrem Schreiben vom 23. November 2009 zugesichert, der Zweck Ihres Raumangebotes sei, dass wir unsere „Diskussionen und Veranstaltungen weiter führen können“. Mit grossem Bedauern nehmen wir Ihre Meinungsänderung diesbezüglich zur Kenntnis.

Wir haben während der Besetzung der Aula bewiesen, dass wir einen Raum selbstbestimmt und verantwortungsvoll zu verwalten wissen.

Wir können das vorliegende „Angebot“ nicht anders interpretieren, als dass Sie unsere Bewegung nicht ernst nehmen.

Trotzdem halten wir unsere Einladung zur Podiumsdiskussion aufrecht – obwohl es uns befremdet, bisher keine Antwort von Ihnen erhalten zu haben. Wir möchten darauf hinweisen, dass am heutigen Podium nur inhaltliche Fragen diskutiert werden.

Wir halten unser Versprechen: Nachdem wir heute Abend im Rahmen des Podiums unsere Anliegen direkt und unverfälscht an die Öffentlichkeit getragen haben, werden wir die Aula der Universität bis Donnerstagmorgen verlassen. Die Frage, wo wir unsere Arbeit weiterführen, bleibt im Raum.

Mit freundlichen Grüssen

Die BesetzerInnen der Universität Bern

PS. Einen Gruss vom rosaroten Panther: „Heute ist nicht alle Tage – ich komm’ wieder, keine Frage“.

6 Kommentare »

  1. schade, dass ihr abzieht. trotzdem: dranbleiben.

    hoffentlich kommen viele studis aus bern nach zürich am freitag an die landesweite grossdemo. mobilisiert nochmals kräftig. heute haben die bürgerlichen angekündigt, die semestergebühren zu verdoppeln. wehren wir den anfängen und setzen ein gemeinsames zeichen gegen die neoliberalen angriffe auf die bildung nun auch in der schweiz.

    http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Buergerliche-wollen-eine-Verdoppelung-der-UniSemestergebuehren/story/18476957

    Comment by laura — 25. November 2009 @ 19:02

  2. Die zahlreichen Zigarettenstummel auf den Sandsteingesimsen unterhalb der Aula und der, um es schön auszudrücken, nicht gerade angenehme Geruch in der Aula zeugen nicht davon, dass die Besetzer fähig sind einen Raum ‘verantwortungsvoll’ zu verwalten…

    Gut, dass der Kindergarten vorbei ist!

    Comment by Unibe Student der sicher nicht Gelb trägt — 26. November 2009 @ 17:49

  3. IdiotInnen!

    Die Motion Fuchs hätte bis vor einer Woche keine Chance gehabt im Grossen Rat. “Dank” eurer unnötigen, effekthascherischen Besetzungs-Aktion wurde sie heute angenommen. Damit verliert die SUB ihre Bedeutung. Die SUB, das demokratische Organ der Studierendenschaft welches die studentische Mitsprache in zahlreichen Gremien und Kommissionen an der Uni gewährleistet. Ihr habt somit eurer Forderung nach einer Demokratisierung der Uni einen Bärendienst erwiesen, das Gegenteil wird der Fall sein!

    Comment by Dennis — 26. November 2009 @ 23:48

  4. Danke, ihr Protest-Kinderchen.
    In 10 Jahren wird es die SUB nicht mehr geben, bzw. sie wird noch ein kümmerliches dasein fristen. Unifest könnt ihr vergessen, SUB-Wohnungsvermittlung wird schrumpfen, dass Geld wird fehlen.
    Super gemacht, ein paar pubertierende Teenies die mal ein bischen Action wollen haben die einzige Vertretung der Studentinnen die etwas zu sagen hatte und etabliert war, von der Politik anerkannt und respektiert, de facto vor die Auflösung gestellt. Jetzt könnt IHR Unterschriften gegen das neue Uni Gesetz sammeln, IHR seid verantwortlich das ein Referndum zustannde kommt welches danach auch angenommen wird.

    Aber ich bin eh rechts, finde es gut das der linke Sauhaufen SUB jetzt kaputt geht.

    Schön gemacht Kinderchen, schön gemacht.

    Comment by Danke-Weg mit dem linken Haufen — 27. November 2009 @ 10:27

  5. Eine gute Arbeit habt ihr gemacht! Wir haben endlich wieder eine studentische Bewegung in der Schweiz. Dies hätte vor 4 Wochen noch niemand zu glauben gewagt. Wenn wir uns vernetzen und nach diesem grossartigen Auftakt wiederkommen dann können wir ganz viel erreichen.
    Nicht ein mal in den 80iger Jahren waren franz. Schweiz und Deutschschweiz so gut vernetzt. Ich freue mich schon auf die nächsten Besetzungen.
    Einer der hofft das eine Phase der politischen Stagnation und dem Rückzug ganzer Bevölkerungs Schichten aus der Politik zu ihrem Ende kommen könnte.

    Wir leben in einer grossartigen Zeit! Es sollten mehr Menschen ihr Schicksaal in die eigenen Hände nehmen und ihre Meinung kund tun eben weil sie anecken.

    Comment by Simon — 27. November 2009 @ 14:10

  6. Die Motion Fuchs zeigt doch genau wie (un)abhängig die Studentischen Körperschaften sind. Wenn sich die Studenten anfangen zu wehren dann dreht man ihnen den Geldhahn zu. Das wäre nirgens in Österreich oder in Deutschland möglich. So viel nur zum Land der gelebten Demokratie.
    In der Schweiz müssen halt von Studentischer Seite erst ein mal gewisse Grundrechte erkämpft werden.

    Comment by Gekb — 27. November 2009 @ 14:16

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