Vorschlag des Rektorats
Vor wenigen Minuten ist die Delegation zurückgekehrt, welche für ein Gespräch mit dem Rektor eingeladen wurde. Anbei der Vorschlag des Rektorats:
Der Presseraum im Kollegienhaus wird ab Montag, 23. November 2009, der Studierendengruppe “Unsere Uni” für zwei Wochen zur Verfügung gestellt. Für die Nutzung dieses Raumes gelten folgende Regelungen:
- Die Studierendengruppe “Unsere Uni” bestimmt Verantwortungsträger als Ansprechpersonen für das Rektorat, die diese Vereinbarung unterzeichnen. Diese müssen immatrikulierte Studierende der Universität Basel sein.
- Die Verantwortung für die Aktivitäten und allfällige Schäden, die in diesem Raum oder infolge der Nutzung dieses Raums durch “Unsere Uni” entstehen, liegen bei den bezeichneten Verantwortungsträgern.
- Der Raum steht den Studierenden während den ordentlichen Öffnungszeiten des Kollegienhauses zur Verfügung (07:00 – 20:30 Uhr, danach ist nur das Verlassen des Gebäudes möglich; die Türen schliessen automatisch und dürfen nicht blockiert werden).
- Ausserhalb der Öffnungszeiten des Kollegienhauses ist dieser Raum immer abzuschliessen.
- Vor dem Raum sind zwei Stellwände für die Verlautbarung von “Unsere Uni” zugelassen. Alle Schriftstücke haben das Datum der Ausgabe und die Herausgeberschaft zu bezeichnen.
- Es finden darüber hinaus keine weiteren Aktivitäten vor dem Raum statt.
- Lärmemmissionen im Kollegienhaus (Lautsprecher) sind zu vermeiden.
- Es dürfen keine Plakate, Transparente und dergleichen an den Wänden im Kollegienhaus angebracht werden.
- Wenn der Raum für universitäre Zwecke aus nicht planbaren Gründen dringend benötigt wird, muss er für diese Zwecke freigegeben werden.
- Die Nutzung anderer Räume der Universität ist grundsätzlich möglich, muss aber in jedem Falll beim Rektorat beantragt werden.

Das ist ja wie Weihnachten!
Der Schmutzli sagt mir zwar, dass ihr das gar nicht verdient habt. Aber he nu…
Ist ja noch nicht der 6.12.!
Comment by Weihnachtsmann — 19. November 2009 @ 17:13
spontan zwei, drei anmerkungen
- müssen professoren auch vereinbarungen unterzeichnen, bevor sie in einem raum unterrichten dürfen?
- insbesondere was allfällige schäden während den lektionen anbelangt (gekritzel auf bänken, kaugummis unter stühlen etc.)
- punkt drei tönt nicht gerade nach #unsereuni eher nach #meineuni gibt protestierenden studenten zwei wochen tagesasyl im medienkeller.
- “alle schriftstücke haben das datum der ausgabe und die herausgeberschaft zu bezeichnen.” wow! tönt ein bisschen nach kontrollfreak, ist aber eher kein problem, alles mit “plenum unsereuni” unterzeichnen.
- lautsprecher sind zu vermeiden (aber offensichtlich nicht verboten).
- proteste ohne transparente (bzw. recht auf freie meinungsäusserung) ist irgendwie witzlos.
immerhin, und das finde ich positiv, ist offenbar ein minimum an verhandlungsbereitschaft vorhanden. gut so. insofern: weniger repressive bedingungen aushandeln oder aktuellen vorschlag in die tonne treten.
Comment by Ugugu — 19. November 2009 @ 17:26
Spontan zwei, drei Ergänzungen
- Professoren müssen Vereinbarungen unterzeichnen, diese heissen Arbeitsverträge.
- Wenn Professoren in der Nacht vor ihrer Veranstaltung die Uni besprayen und sie erwischt werden, müssen sie sicher auch zahlen.
- tönt eher nach #unsereuni gibt ein paar protestierenden Stundenten einen Raum statt keinen Raum.
- “alle schriftstücke haben das datum der ausgabe und die herausgeberschaft zu bezeichnen.” wow! Eher kein Problem, weil liest eh keiner.
- Lautsprecher sind zu vermeiden, WEIL IM INTERNET IST CAPS-LOCK AUCH VERPÖHNT!!!!!!!!!!!!!
- Proteste ohne Transparente ist eher deshalb witzlos, weil #unsereuni nur mit populistischen Parolen mobilisieren kann.
Immerhin, und das finde ich positiv, kriegt ihr das mit dem Raum eh nicht auf die Reihe. Gut so. Insofern: Als obs darum ginge. Wann gibts endlich Polizei-Action?
Comment by Weihnachtsmann — 19. November 2009 @ 19:27
hehehe… man fragt sich, was ihr denn erwartet habt. Etwa noch Anerkennung von irgendwem?
Comment by Protostomia — 19. November 2009 @ 23:06
Ich wäre dafür, dass nur immatrikulierte Studierende den Raum benützen dürfen. Im Kollegienhaus herrscht akkuter Platzmangel. Seid also zufrieden, dass ihr so eine Chance bekommt. Ausserdem verstehe ich sowieso nicht, wieso ihr nur in der Universität selbst eure Bewegung vorantreiben könnt? Konspirativ denken kann man doch überall? Und @Ugugu, wenn Du nicht weisst wo der Pressraum ist, würd ich mal den Schnabel halten. Der ist nämlich nicht im Keller! Was die Zeichnung von Dokumenten angeht, so ist das der einzige Weg ehrlich zu kommunizieren. Deine anonymisiertes Auftreten ist lächerlich Du bist schon im Off bevor Du angefangen hast. Den Raum den ihr verlangt ist doch bloss ein Teil eures kindischen Kräftemessens. Ihr habt nur eure Feindbilder im Kopf und seid nicht bereit die bestehenden Chancen zu nutzen. Am besten Ihr gründet ne eigene Universität, dazu braucht ihr nicht mal mehr einen Papst.
Comment by Harry — 19. November 2009 @ 23:06
Nun, diejenigen, welche sich hier negativ äussern möchte ich gerne fragen, ob sie noch nie Probleme mit der UNI hatten? Ob sie sich schon einmal über eine sinnlosen Leistungsnachweis geärgert haben? Ob sie noch nie die Erfahrung gemacht haben, dass eine eigene Idee zwar inhaltlich einen super Bezug zum Studium aufweisen würde, aber leider der Aufwand nicht als Teil des Studiums gelten könne?
Ich selbst habe mich schon auf verschiedenen Stufen für ein besseres Studium eingesetzt: Fachgruppenarbeit, Anträge, Eigene Veranstaltungen, Gespräche. Und nun möchte ich mich in einem Raum mit Gleichgesinnten austauschen.
Comment by Quirulant — 20. November 2009 @ 00:34
http://wp.me/pGmvL-2Z
Comment by Protostomia — 20. November 2009 @ 08:50
@Harry: Was bist denn Du für einer? Lern doch erst mal den Unterschied zwischen “anonym” und “pseudonym”. Man braucht nicht gerade ein Hacker zu sein, um zu wissen, dass sich Anonymität und Internet so gut wie ausschliessen. Warum es Leute bevorzugen unter “Harry” ins Internet zu schreiben, dafür mag jeder seine eigenen guten Gründe haben. (Ist im übrigen auch die Empfehlung des eidgenössischen Datenschutzbeauftragten.)
Die Uni Basel habe ich genau einmal von innen gesehen, finde es aber unterstützenswert, wenn sich engagierte Studenten für eine breite Unidebatte einsetzen, die längst überfällig ist. Auch und gerade um auch mit Lifestyle-Studis wie dir über das Thema Bildung (und Zugang zu selbiger) in Dialog zu treten.
Comment by Ugugu — 20. November 2009 @ 09:13
liebe alle,
bin von der besetzten uni in wien und fuer mich hoeren sich diese vorgegebenen “Spielregeln” wenig nach freier selbstbestimmung an.
Education is not vor sale und wenn ein raum besetzt wird, dann rund um die uhr und nicht zu universitaeren oeffnungszeiten!
liebe gruesse aus wien
Comment by lilaaa_ha — 20. November 2009 @ 09:52
liebe alle,
bin von der besetzten uni in wien und fuer mich hoeren sich diese vorgegebenen “Spielregeln” wenig nach freier selbstbestimmung an.
Education is not for sale und wenn ein raum besetzt wird, dann rund um die uhr und nicht zu universitaeren oeffnungszeiten!
liebe gruesse aus wien
Comment by lilaaa_ha — 20. November 2009 @ 09:53
Liebe alle,
bin aus dem besetzten Schwarzwald und für mich hören sich diese vorgegebenen “Spielregeln” voll nach Unterdrückung des Proletariats an.
Socialism is not for sale und wenn ein Wald besetzt wird, dann rund um die Uhr und egal, ob da Wild drin ist oder nicht.
Liebe Grüsse aus dem Hochsitz und Waidmanns Heil!
Der Weihnachtsmann
Comment by Weihnachtsmann — 20. November 2009 @ 15:30
ihr leutchen aus den Schwarzwald habt ja richtig spassig! gut mit humor kann man alles besser ertragen.
solidarische gruesse nach wien!
Comment by lutz — 21. November 2009 @ 20:30
Es ist eine Schande! Die Spielregeln des Rektorats sind ein autoritäres Diktat! Hier gibt es nichts mehr schön zu reden.
Was für ein Kindergarten… Kinder an die Macht!
Comment by happypoc — 22. November 2009 @ 11:59