Autonomen Schule Zürich und des Bleiberecht-Kollektivs Zürich

Filed under: Weitere — Schlagwörter: — basel @ 19. April 2010

M E D I E N M I T T E I L U N G des Vereins Bildung für Alle, der
Autonomen Schule Zürich und des Bleiberecht-Kollektivs Zürich

Zürich, 19. April 2010

AUTONOME KULTUR UND BILDUNG STATT REPRESSION UND KNÄSTE

In der Nacht auf Montag, 19. April wurde die Baracke an der Hohlstrasse
170 auf dem Güterbahnhof-Gelände besetzt und neu belebt. Das Gebäude
steht seit mehr als einem Jahr leer. Es wird per sofort für verschiedene
Bildungs- und Kulturprojekte neue Heimat sein, die zurzeit durch die
Stadt wandern.

Die Besetzer_innen stellen den befreiten Raum unter anderem dem Verein
Bildung für Alle zu Verfügung. Seit mehr als einem Jahr besuchen dort
rund hundert illegalisierte Flüchtlinge und Migrant_innen, aber auch
Asylbewerber_innen, deren Antrag noch im Verfahren ist, drei Mal die
Woche Deutschkurse. Es sind Menschen, denen der Weg zur Bildung und
Selbstbestimmung vom Bund und Kanton aktiv verweigert wird.
Ebenso wird die Baracke mit verschiedenen autonomen Kultur- und
Bildungsanlässen belebt werden. Bereits heute Nachmittag wird die erste
Veranstaltung der neuen Autonomen Schule Zürich stattfinden, ein Vortrag
über Gastfreundschaft. Ebenso werden die Teilnehmenden des Deutschkurses
ihr neues Heim besichtigen.

Millionen für die Bedürfnisse der Mächtigen ? einst und jetzt

Auf dem Gelände des Güterbahnhofs soll das neue Polizei- und
Justizzentrum (PJZ) gebaut werden. Der Kanton will für diesen
Polizeipalast 630 Millionen Franken ausgeben. Ein in Beton gegossenes
Symbol einer Politik, die von Ausgrenzung und Repression gezeichnet ist.
Ein Symbol einer Politik auch, die autonome Projekte immer stärker
einschränkt. Beispiele dafür sind die gewaltsame Räumung der Autonomen
Schule Zürich (ASZ), die Sabotierung des Jugend Squat an der
Wehntalerstrasse (beides im Januar) und der Abriss des Autonomen
Kulturzentrums an der Kalkbreitestrasse 4 im März.

Vor 30 Jahren verteilten die Mächtigen Millionen für das Opernhaus,
Symbol der Elitekultur, und räumten das Autonome Jugend Zentrum. Heute
bauen sie Repressionspaläste und räumen und vertreiben autonome Kultur
und Bildungsprojekte. Ebenso wie vor 30 Jahre bleibt uns nichts anders
übrig, als Widerstand zu leisten. Und das tun wir.

Wie vor 30 Jahren: Wir wehren uns

Wir wehren uns gegen eine Stadt der Reichen, gegen die Gentrifizierung
von Stadtkreisen wie dem Kreis 4 und 5 , gegen die ständige
Schikanierung von Migrant_innen, gegen die alltäglichen und
willkürlichen Personenkontrollen, gegen die Illegalisierung und
Kriminalisierung von Flüchtlingen und gegen rassistische
Pauschalisierungen, wie sie kürzlich von Alain Du Bois?Reymond, Direktor
des Bundesamt für Migration, in einem Interview gemacht wurden.

Wir setzen uns ein für eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung, für eine
Stadt, in der verschiedene Welten machbar sind, eine Stadt ohne Polizei
in jeder Ecke. Wir setzen uns ein für Solidarität, für eine natur- und
menschfreundliche Stadt, für Schulen und Kinderkrippen, für das Recht
auf Bildung, auf Migration und auf Asyl.

Es gibt viel zu tun. Wir bleiben dran ? in unserem neuen Zuhause an der
Hohlstrasse 170.

Die Autorität ist angreifbar, die Utopie ist machbar.

Medienkontakt: 076 387 28 70
info@bildung-fuer-alle.ch

Vorbereitungstreffen zum „FORUM UNI-21“

Filed under: Basel — Lisa @ 5. April 2010

Di. 6. April 2010, 18 Uhr, im Studicafe Basel

Morgen treffen wir uns zur gemeinsamen Diskussion über das „FORUM UNI-21“ . Thema ist:
Wie wir uns die Hochschulen des 21. Jahrhunderts vorstellen.

Gerne möchten wir auch diejenigen ansprechen, die in letzter Zeit nicht mehr allzu oft an den Treffen waren. Kommt und diskutiert mit, bringt euch ein und helft mit eine Universität zu denken, die wirkliche Alternativen zeichnet, damit die Zukunft unserer Uni nicht den HochschulmanagerInnen überlassen wird.

Die, die morgen nicht ans Plenum kommen können (sowie auch diejenigen, die da sein werden), bitten wir, in Kurztexten ihr Anliegen oder ihre Vision zu formulieren (An: unsereuni@immerda.ch oder hier als Kommentar). So kommt möglicherweise ein reichhaltiges Kaleidoskop von Ideen zusammen, mit dem wir die Vielfalt der Diskussion über Alternativen dokumentieren können. Keine Klagemauer, sondern ein Strauss von Ideen, die wir aufgreifen können, um über die Hochschulen von morgen zu diskutieren.