Veranstaltungen Besetzte Uni Zürich, Mittwoch 25. November

Filed under: Zürich — Schlagwörter: — Zuerich @ 25. November 2009

Veranstaltungen

im besetzten Hörsaal KOH-B-10 («Haribo-Saal») am Mittwoch, 25. November 2009

14:00 – Kritische Theorie – heute noch aktuell

Mit Dr. Johannes Gruber, Soziologe und Lehrbeauftragter am Institut für Soziologie, Universität Basel, Redaktor der Zeitschrift „Bildungspolitik“ des vpod

16:15 – «Bologna» als Halbbildung. Eine Kritik mit Adorno

von Kurt Wyss, Soziologe aus Zürich

18:15 – Offenes Plenum

20:15 – PROF. DR. UELI MÄDER: Wie Reiche denken und lenken

Ueli Mäder ist Professor für Soziologie an der Universität Basel

Infos und Essen (Morgen, Mittag, Abend) im Foyer («Forum») unterhalb Lichthof. Ab 21:30 Kurzfilme. Lunchkino.

Weitere Infos: www.unsereunizh.ch

Offener Brief an Rektor Fischer

Filed under: Weitere,Zürich — Schlagwörter: — Zuerich @ 24. November 2009

 

Lieber Herr Rektor Fischer, liebe Angehörige der Universität Zürich, liebe Interessierte. 

 

Seit dem weltweiten Aktionstag am Dienstag, den 17.11.2009 halten wir den Hörsaal KOH-B-10 im 

Hauptgebäude der Uni besetzt. Mit dieser Aktion wollen wir die längst überfällige Diskussion um 

die gesellschaftliche Rolle der Bildung, die Privatisierung der Universitäten und die immer schärfe- 

re soziale Selektion beim Zugang zur Hochschulbildung in Gang bringen. In Kürze werden wir ein 

umfangreiches Positionspapier veröffentlichen, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen.  

Gestern Montag hat Rektor Fischer an unserem Plenum mit ca. 400 Personen teilgenommen. Wir 

führten unsere am Freitag begonnene Diskussion fort. Insbesondere drückten wir unseren Unmut 

über den geplanten Bildungsabbau, die schikanösen Studienbedingungen und die schleichende Pri- 

vatisierung der Universitäten aus. Wir baten Herrn Fischer, sich für diese studentischen Anliegen 

einzusetzen. Herr Fischer indessen entgegnete auf praktisch alle Kritikpunkte und Argumente ledig- 

lich, er könne bei den angesprochenen Problemen nichts unternehmen, da sie nicht in seine Zustän- 

digkeit fielen. Gewiss ist Herr Fischer nicht in der Position, die Dinge einfach so zum Besseren zu 

wenden. Wir meinen aber, sein Posten verleihe seinem Wort in bildungspolitischen Debatten ein 

sehr grosses Gewicht. Wenn er sich beispielsweise prominent gegen den geplanten Bildungsabbau 

äussern würde, bliebe eine Wirkung bestimmt nicht aus. Wenn er also jede Verantwortung von sich 

weist, signalisiert er damit deutlich, dass er gar nicht bereit ist, uns bei unseren Anliegen in irgend- 

einer Form zu unterstützen. Damit verpasst er die Chance, sich für eine Bewegung einzusetzen, die 

sich dafür engagiert, dem gesellschaftlichen Auftrag an die Bildung Rechnung zu tragen und die 

Hochschulbildung vor dem Zugriff von ökonomischen Partikularinteressen zu schützen. Selbstver- 

ständlich hat Herr Fischer noch immer die Möglichkeit, diese Chance und damit seine bildungspoli- 

tische Verantwortung wahrzunehmen. Wir schlagen daher vor, dass Herr Fischer gemeinsam mit 

 

uns einen offenen Brief an den Kantonsrat unterzeichnet, in dem wir uns gegen das geplante Spar- 

paket einsetzen. Zusätzlich wäre es möglich, dass Herr Fischer uns bei einem Gespräch mit den 

Umsetzungsverantwortlichen für die Bolognareform in allen Fakultäten unterstützt. Bei denjenigen 

Fragen, die klar nicht in der Kompetenz des Rektors sind, könnte er dank seiner einflussreichen Po- 

sition bestimmt Gespräche mit den verantwortlichen Personen vermitteln, beispielsweise mit der 

Bildungsdirektorin Regine Aeppli oder mit der Vorsteherin der kantonalen Finanzdirektion, Ursula 

Gut. 

Auf jeden Fall aber ist der Sache in keiner Weise gedient, wenn wir auf das rein logistische Angebot 

des Rektors eingehen und den kleinen, barackenähnlichen Raum abseits allen politischen Gesche- 

hens beziehen. Unser Problem ist nicht in erster Linie, dass wir nicht genügend Raum haben, um 

über unsere Anliegen zu diskutieren. Unser Problem ist, dass wir die unabhängige und kritische 

Lehre und Forschung in Gefahr sehen und eine immer weiter sich verschärfende Elitarisierung der 

Hochschulen befürchten. Diese Probleme müssen dringend auf breiter akademischer und gesell- 

schaftlicher Basis diskutiert werden. In dem kleinen Räumlein, das Herr Fischer uns anbietet, kön- 

nen wir dazu nichts beitragen. 

Selbstverständlich sind wir in einer längerfristigen Perspektive durchaus an einem Raum interes- 

siert, der durchgängig für studentische Initiativen zur Verfügung steht. Ein solcher Raum müsste 

aber für Plenumsdiskussionen geeignet sein und daher mehr Platz bieten als der vorgeschlagene 

Raum. Wir geben zu bedenken, dass an unseren Plena bisweilen mehrere hundert Personen teilneh- 

men. Wenn nun aber diese Kampagne allein auf der logistischen Ebene verhandelt wird, droht ihr 

politischer Gehalt marginalisiert zu werden. Daher muss zuerst eine politische und inhaltliche Zu- 

sammenarbeit im obigen Sinne diskutiert werden, bevor wir auf Raumangebote eingehen können.  

Wir freuen uns auf eine fruchtbare Weiterführung der Diskussionen. 

 

Freundliche Grüsse 

Unsereuni 

Podiumsdiskussion Bern, Mi. 25.11.09

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Podium Bern 25.11.09

Podium Bern 25.11.09

Solidarität und Auszug aus der Aula

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Wir sind GELB vor Wut! Du auch?

Seit einer Woche findet in der besetzten Aula der Universität Bern „Universität im besten Sinn“ statt (dixit Karlheinz Töchterle, Rektor der Universität Innsbruck zur Besetzung ‘seiner’ Aula). Unser Rektor hat es im Gegensatz zu seinem besonnenen Innsbrucker Amtskollegen aber vorgezogen, einen andern Weg zu gehen: Er hat unsere Einladung zu einer Podiumsdiskussion mit dem Erziehungsdirektor Pulver, VertreterInnen der SUB, von Mittelbau und Professorenschaft, die morgen hätte stattfinden sollen, ausgeschlagen. Stattdessen hat er uns ultimativ zum Verlassen der Aula aufgefordert, ohne sich bereit zu erklären, zuvor offen mit den Studierenden zu diskutieren.

Diese Haltung nimmt das Rektorat nicht zuletzt deshalb ein, weil es meint, mit nichts als einem kleinen Haufen chaotischer Studierender konfrontiert zu sein. Dies stimmt aber nicht: Viele Studierende begrüssen die Besetzung und teilen unsere Anliegen. Deshalb rufen wir euch dazu auf, in den kommenden Tagen eure Solidarität zum Ausdruck zu bringen, indem ihr die Farbe GELB, die Farbe unserer Wut, aus euren WG-Zimmern auf die Strasse und in die Vorlesungsräume tragt.

Tragt einen gelben Pulli, gelbe Socken oder gelb gefärbte Haare. Schmückt euer Fahrrad mit einem gelben Fähnchen (in der Aula beziehbar) oder Ballon! Kommt in die Aula und schnappt euch ein gelbes Soli-Bändeli fürs Handgelenk oder kreiert eigenhändig euren gelben Soli-Button!

Eure Solidarität ist umso wichtiger, weil wir uns entschieden haben, am Mittwoch um 18:00 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Vertretern von SUB, Mittelbau und Professoren durchzuführen (zu der Rektor Würgler und Erziehungsdirektor Pulver weiterhin eingeladen sind) und daraufhin die Aula zu verlassen. Wir laden euch alle herzlich zu dieser Veranstaltung ein. Sie soll nicht nur Abschluss dieser Besetzung, sondern auch Ausgangspunkt für weiteres Engagement sein. Wir werden in den vom Rektorat versprochenen Räumen langfristig unsere Arbeit für eine offene, freie und demokratische Universität fortsetzen.

Also: Tragt alle das solidarische GELB und erscheint am Mittwoch um 18:15 zahlreich zur Podiumsdiskussion in der besetzen Aula!

Diskussion mit dem Rektor online

Filed under: Zürich — Schlagwörter: — Zuerich @ 23. November 2009

Unter folgendem Link ist das Gespräche mit dem Rektor online:

http://www.ustream.tv/recorded/2626123

Übersichtswebseite für Zürcher Protest

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Um einen Überblick über alle Informationsmöglichkeiten (Facebook, Twitter, Livestream…) über den Zürcher Protest zu geben, haben wir eine Überblickswebseite kreiert:
www.unsereunizh.ch

Natürlich wird auch diese Seite weiterhin aktualisiert.

Programm «unsereuni» Zürich, Dienstag, 24. November

Filed under: Zürich — Schlagwörter: — Zuerich @

Veranstaltungen

im besetzten Hörsaal KOH-B-10 («Haribo-Saal») am Dienstag, 24. November 2009

13:00 – Gegen die A-Stadt: Zürich wird gentrifiziert

mit Vesna Tomse vom «stadt.labor», einer Plattform, welche die Stadtentwicklung der Stadt Zürich kritisch analysiert.

15:00 – Streik in der Schule, Streik in der Fabrik…

von Matteo Pronzini, Arbeiter, Gewerkschaftsaktivist, Streikführer bei der Betriebsbesetzung in den SBB-Cargo-Werken in Bellinzona.

17:15 – Brainpower in der Rüstungsindustrie

von Andreas Cassee, Friedensaktivist.

18:30 – 10. Offenes Plenum aller Studierenden

Infos und Essen (Morgen, Mittag, Abend) im Foyer («Forum») unterhalb Lichthof. Ab 21:30 Kurzfilme.

Stellungnahme zu Bologna von Prof Norbert A’Campo, Professor für Mathematik in Basel

Filed under: Weitere — Bern @

Es ist nicht die Umsetzung von Bologna, an der es hapert.

Bologna greift ins Studium so ein, dass das eigentliche “Studieren” zu kurz kommt oder
ganz ausbleibt: Lehrveranstaltungen vermitteln Fakten, aber es ist im Bologna-System
nicht vorgesehen, dass die Studierenden sich diese Fakten zu eigen machen und selbst
reflektieren. Anstatt die Beitraege der verschiedenen Lehrveranstaltungen durch eigenes
“Studieren” zu einer  vielfaeltig verknuepften Gesamtheit zu verbinden, bleiben nur
vereinzelte Wissensbrocken uebrig, und diese Brocken haben keinen Bestand ueber eine
Zeitskala von zum Beispiel 4 Jahren hinaus. Also ist das Studium nicht nachhaltig und es
bleibt nur bitter wenig uebrig.

Die Bologna-Reform ist sehr teuer, sowohl gemessen in Geld als auch was den
buerokratischen Aufwand betrifft, und die Lebenszeit von Studenten und Studentinnen wird
vergeudet, anstatt sie optimal zu nutzen. Gesellschaftlich ist es eine Katastrophe.

Es ist noch immer moeglich zur bewaehrten Studienordnung mit Vordiplom und Diplom
zurueckzukehren. Das verursacht keine Kosten, fuehrt sogar zu Ersparnissen und wuerde
die Mathematik in Basel retten. Mit Bologna wird die Mathematik aus Basel verschwinden!

Viele Gruesse,
Norbert A’Campo

Warum besetzen wir unsere Aula?

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Wir fordern freie Bildung für alle

Knapp 80% der Studieren arbeiten neben ihrem Studium (Bundesamt für Statistik, 2005). Die meisten davon sind auf diese Erwerbsarbeit angewiesen, um ihre Lebens- und Studienkosten zu decken. Die Studierenden brauchen somit viel Zeit um Geld zu verdienen – Zeit, die damit für das Studium fehlt. Eine Folge davon ist, dass Studiengänge, die besonders stark strukturiert sind, fast nur denjenigen offen stehen, die von Hause aus über genügend Geld verfügen. So zum Beispiel Medizin, wo es nachweislich weniger erwerbstätige Studierende hat.

Lösungsansätze, um dieser Diskriminierung sozial benachteiligter Bevölkerungsschichten entgegen zu wirken, sind hinlänglich bekannt: Teilzeitstudienpläne, die Verminderung der Pflichtveranstaltungen mit Präsenzkontrolle oder existenzsichernde Stipendien.

Die gegenwärtigen Entwicklungen gehen aber genau in die gegenteilige Richtung. Die Ausarbeitung von Teilzeitstudienplänen für erwerbstätige Studierende ist bisher vorwiegend ein leeres Versprechen. Vielmehr hat die Bolognareform die Selbstgestaltungmöglichkeiten für die Planung des Studiums massiv eingeschränkt. Eine Fülle von obligatorischen Veranstaltungen mit Präsenzkontrollen machen es ganz einfach unmöglich, neben dem Studium für seine Lebenskosten aufzukommen. Abhilfe könnte hier eine breite und gerechte Stipendienvergabe schaffen. Seit 1994 ist der Gesamtbetrag der kantonalen Stipendien aber real um 25% gesunken – trotzt ständig steigender Studierendenzahlen (Bundesamt für Statistik, 2008). Überdies ist die Vergabe von Stipendien kantonal geregelt. Dies wirkt diskriminierend: Im Kanton Zürich erhält eine StipendiantIn im Durchschnitt 3800 Franken pro Semester, im Kanton Neuenburg sind es knapp 1200 Franken.

Der Entwurf zum teilrevidierten Universitätsgesetz verschärft die Tendenzen zur sozialen Selektion noch weiter. Es liefert die Grundlage für doppelt so hohe Prüfungsgebühren und ermöglicht die Einführung des Numerus Clausus für alle Studiengänge!

Aufgrund dieser Missstände fordern wir:

  • Teilzeitstudienpläne, die das Arbeiten neben dem Studium ermöglichen

  • Den Ausbau und die gesamtschweizerische Harmonisierung des Stipendienwesens zur Deckung der Lebenskosten

  • Ein Ende der Pflichtveranstaltungen mit Präsenzkontrolle.

  • Keine Zulassungsbeschränkungen (Numerus Clausus), weder offen, noch versteckt!

Wir fordern eine demokratische Universität

Die Bildungsminister Europas haben in ihren Absichtserklärungen die Studierenden als ‘full partners’ bei der Gestaltung der Hochschullandschaft anerkannt. Leider ist von dieser Partnerschaft in der Schweiz in verschiedener Hinsicht nicht viel zu spüren, An der Universität Zürich, wie auch an vielen Fachhochschulen gibt es keine anerkannte Studierendenvertretung. Und auch auf nationaler Ebene fehlt die gesetzliche Anerkennung des Verband Schweizerischer Studierender (VSS) als vollwertiger Partner.

Und wo die Partnerschaft der Studierenden institutionell anerkannt wird, heisst das noch lange nicht, dass sie auch so behandelt werden. So wurde in Bern die Zusammenlegung der Soziologie und Politikwissenschaft auf undurchsichtige Weise entschieden und kommuniziert – wodurch auch die SUB hintergangen wurde.

Statt einer Stärkung der studentischen Mitsprache will die geplante Teilrevision des Universitätsgesetzes die internen Demokratie unterwandern. Der Senat wird de facto als oberste Instanz entmachtet, während das Rektorat gestärkt wird. Im Sinne der Prinzipien des New Public Management wird ein Gremium, in welchem Studierende, Mittelbau und Dozenten eine wichtige Rolle spielen (Senat), gegenüber einer kleinen Gruppe (Rektorat) zurückgebunden, das die Universität wie eine Firma leiten soll.

Deshalb fordern wir:

  • Die paritätische Mitbestimmung von ALLEN auf ALLEN Ebenen (Studierende, aber auch Mittelbau/ Sekretariate/ Putzpersonal etc.)

  • Die Beibehaltung des Senat als das oberste Organ der Universität.

  • Den freien Informationsfluss (Keine Geheimhaltungspflicht von VertreterInnen gegenüber den von ihnen Vertretenen)

  • Transparenz bei der Geldverteilung an Fakultäten und Institute.

  • Öffentliche Stellenausschreibung und Transparenz bei der Stellenbesetzung auf allen Stufen

Wir kämpfen gegen die Ökonomisierung der Uni

Die Hochschulen stehen laut der Verfassung des Kantons Bern (Art. 44) im Dienst der Allgemeinheit, indem sie die wissenschaftliche Erkenntnis durch Lehre und Forschung fördern. Die Ökonomisierung der Universitäten zielt genau auf das Gegenteil dieses Verfassungsauftrages: Die Universität wird zur Firma, die Studierenden zu Bildungskonsumenten.

Auf Ebene der Universitäten entwickelt sich daraus ein harter Konkurrenzkampf um Studierende und private Mittel. In diesem Kontext messen Rankierungen die Universitäten nach oberflächlichen und oft intransparenten Kriterien um sie miteinander ‘vergleichbar’ zu machen. Die Unileitung nimmt dementsprechend immer stärker die Rolle einer Firmenleitung ein. In der geplanten Teilrevision des Universitätsgesetzes wird das Rektorat genau in diesem Sinne massiv gestärkt und über den Senat erhoben. Ebenso sollen in Bern ein Beirat geschaffen werden, welcher die Einflussnahme der Wirtschaft in universitätspolitischen Entscheidungen sicherstellen soll. Dies liegt in der Logik der GATTS- und Lissabonner Verträge, welche sicherstellen, dass Bildung nachhaltig zu einem handelbaren Gut verkommt: Rentabilitätsdenken und nicht die Erhaltung der Diversität und die Qualität der Lehre stehen im Vordergrund. Wen wundert es, das an einer solchen Institution der Putzdienst kürzlich ausgelagert wurde, um auf dem Rücken dieser prekären Arbeitnehmer Geld zu sparen?

Die Studierenden als Bildungskonsumenten werden dazu angehalten ausschliesslich Wissen zu erwerben welches auf dem Arbeitsmarkt verwertbar und mehrheitsfähig ist. Selbst Freizeitaktivitäten unterstehen zunehmend dem Druck, für Karrierezwecke verwertbar zu sein. Die Studierenden sollen sich möglichst rasch auf den Arbeitsmarkt anbieten und andere Lohnabhängige konkurrieren. Selbstverständlich ist es in diesem Kontext für die Universitäten nicht attraktiv, ein breites Spektrum an Studieninhalten aufrecht zu erhalten.

Darum verlangen wir:

  • Kein Unibeirat!

  • Keine Studienzeitbeschränkungen!

  • Erhaltung und Ausbau der Diversität von Lehre und Forschung

  • Fairness bei der Geldverteilung an Fakultäten und Institute

  • Mehr öffentliche Mittel für die Bildung

  • Keine Fokussierung auf marktgerechte Ausbildung

  • Keine Ausrichtung auf Exzellenz statt Qualität

  • Reintegration der „geoutsourceten“ Teile der Uni (Putzpersonal, Mensen etc.)

Wir kämpfen gegen die Verschulung des Hochschulwesens

Das Studieren an Universitäten und anderen Hochschulen hat sich mit der Bologna-Reform grundlegend verändert:Nicht der Lernprozess und die Kompetenz des kritischen Denkens, sondern einzig der Output steht im Mittelpunkt des neuen „Lehrplans“. Bildung wird mit ECTS gleichgesetzt.

Die Bologna-Reform hat sich das ‘student-centered learning’ auf die Fahnen geschrieben. Der heutige Alltag der Studierenden gleicht aber immer mehr einer Jagd nach ECTS-Punkten und die rigide Formulierung der Studienpläne und Module schränkt die Wahlmöglichkeiten innerhalb des Curriculums bisweilen massiv ein. Besonders selbstständige Arbeitstechniken, vertiefte thematische Auseinandersetzung mit eigener Fragestellung und selbstständige Studiengestaltung werden immer stärker ins Masterstudium und sogar ins Doktorat verdrängt. Diese Entwicklung wird auch von den Dozierenden beklagt: „Die Universität unterscheidet sich wenig mehr vom Gymnasium: Sie setzt auf Termine und Kontrollen, kurz: auf äussere Disziplinierung“ (Prof. Schmid, NZZ am 20.11.2009).

Auch die Erleichterungen der Mobilität, mit welcher die Bolognareform an die Studierenden gebracht wurde, stellt sich als leeres Versprechen heraus. Die Studierenden sehen sich neuen bürokratischen Hürden konfrontiert, weil im ökonomiserten Bildungsraum nicht im Interesse der Universitäten oder Institute liegt, Studierende an die „Konkurrenz“ zu verlieren.

Darum setzen wir uns ein für:

  • Klar kommunizierte Bewertungskriterien (Transparenz der Anforderungen, Bewertungen und detaillierte Rückmeldungen)

  • Mehr Mobilität zwischen Fakultäten und Universitäten in der Schweiz und weltweit.

  • Freie Fächerkombination (Keine Pflicht-Monofächer und Pflicht-Nebenfächer)

  • Die Abschaffung der Präsenzpflicht

Die durch die Besetzung der Aula geschaffene Plattform soll dazu dienen, die festgelegten Forderungen weiter zu diskutieren zu konkretisieren und umzusetzen. Wir laden alle Beteiligten ein, an der Diskussion über die Umsetzung dieser Punkte teilzunehmen.

SOLIDARITÄT MIT ALLEN STUDIERENDENPROTESTEN

Programm Montag 23.11

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UniB_20091123

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